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03.06.1983

Kleine Mikro-Schule

Mit Mikros ist das bekanntlich so eine Sache: Wenn Commodore "hüh" sagt, sagt Apple "hott". Der Apple-Genießer, der Commodore-Fan: Königskinder, die nicht zusammenkommen können. Das Betriebssystemwasser ist viel zu tief.

Nun sind Commodore und Apple nicht der Mikro-Markt. Freilich: Was Kompatibilität betrifft, Verträglichkeit, müssen die meisten Personal-Computer-Produzenten passen. Da läuft nicht viel zusammen - trotz CP/M und MS-DOS, die jeder kennt.

Man muß ja unterscheiden: Die Tatsache, daß sich ein "einsamer" Personal Computer dank CP/M oder MS-DOS anwendungsneutral verhält, macht ihn noch lange nicht zum idealen Gesprächspartner. Will sagen: Über das "Sozialverhalten" eines Mikros in DDP-Rudeln, im Mikro-Mikro-Mainframe-Verbund, sagt CP/M-Portabilität im Prinzip gar nichts aus. An der Kommunikationsfähigkeit sind DV/Org.-Chefs, die Fachabteilungsmikros in ihr Rechnernetz integrieren wollen, naturgemäß aber am meisten interessiert. Zentrale Frage, die sich Zentralisten stellen: Paßt dieser oder jener Tischcomputer in mein Distributed-Data-Processing-Konzept? Die Frage ist berechtigt, der Sinn klar: Sollten die Mikros unkontrolliert ins Kraut schießen, wird die Daten-Kultur, von der DV-Abteilung angelegt, erdrückt. Gärtnerstolz regt sich - und noch ist der Computerspezialist stark genug, Wildwuchs zu verhindern.

Die Mikro-Anbieter selbst geben sich übrigens keinen Illusionen hin, sie könnten am DV-Mann vorbei in die Fachabteilungen hinein verkaufen. Das war einmal. Mittlerweile hat man erkannt, daß die Computerleute die besten Verbündeten bei der Einführung von Arbeitsplatzcomputern sind, Mittler, die den Benutzern gegenüber ihre DV-Service-Funktion ausüben. Selbst fanatische Anhänger eines "unabhängigen Mikrosomputerlandes" rechnen nicht mehr damit, daß sich alleinstehende Personal Computer á la longue neben vernetzten Rechnerpopulationen halten. Schon die Tatsache, daß die wenigsten Sachbearbeiter und Fachbereichsmanager mit einem eigenen Computer etwas anzufangen wissen, weit mehr aber noch die seltsam unbeholfenen Marketing-Praktiken der Mikro-Vertreiber sorgen dafür, daß sich die Personal-Computing-Seuche in mittleren und großen Unternehmen nicht weiter ausbreitet. Der Personal Computer wird zur Workstation.

Das sagt sich so einfach. Doch wie viele Schritte sind bis dahin zu bewältigen? Mit der Datenübertragung vom Mikro zum Mainframe (Beispiel IBM 3270 oder X.25) ist es ja nicht getan. Viele Anbieter beherrschen sie - doch hilft dies dem online-verwöhnten Netzwerker letztlich nicht weiter. Kompatibilität auf der Ebene der (höheren) Programmiersprachen ist überdies gefordert, damit der Endbenutzer die zu übertragenden Daten auch verändern kann.

Doch damit nicht genug. Um verteilte Datenbanken aufzubauen, muß Kompatibilität auf Datei-Ebene vorhanden sein. Die meisten Mikros scheitern noch an dieser Hürde. Die Möglichkeit, Dateien zum Mainframe-Rechner zu übertragen, bieten der neue Honeywell-Mikro 6/10 (siehe auch NCC-Beitrag, Seite 19) sowie - wenn auch vorerst nur begrenzt - der IBM Personal Computer (PC). Das Nonplusultra an Mikro-Mainframe-Erotik umfaßt Kompatibilität auf der Ebene von Anwendungen, von Untermengen der Anwendungen. Nur der Honeywell-Mikro kann bislang mit dieser Eigenschaft aufwarten. Nun darf man diese Tatsache freilich nicht überbewerten. Unter Verbreitungsgesichtspunkten wird der 6/10 keine große Bedeutung erlangen, dazu ist die Honeywell-Welt zu klein - und nur in dieser kann er sich bewegen.