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29.10.1999 - 

Kalkulierbare DV-Kosten

Kleine mittelständische Unternehmen profitieren von Windows

Eine Lanze für Windows-Produkte als IT-Umgebung im unteren Mittelstand bricht eine Studie der Universität Karlsruhe. Karl Obermann* berichtet über die wichtigsten Ergebnisse.

Das Karlsruher Institut für Angewandte Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung analysierte 13 mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik. Die Befragten hatten einen Umsatz von neun bis 50 Millionen Mark, ihre Mitarbeiterzahl betrug zwischen 35 und 200 Beschäftigten. Charakteristisch für alle war, daß sie auf Windows NT als DV-Plattform setzten. Im Durchschnitt waren 40 PC-Arbeitsplätze mit Microsoft-Office-Modulen ausgestattet, auch im PPS-ERP-Umfeld wurde eine Windows-Lösung verwendet.

Insgesamt, so wird in der Studie festgestellt, geben diese Unternehmen nur 1,2 Prozent ihres Umsatzes für die DV aus. Das ist signifikant weniger als der Durchschnitt, den die Gartner Group laut eigenen Untersuchungen mit sieben Prozent beziffert. Gartner hatte mittelständische Unternehmen bis zu einer Umsatzgröße von 250 Millionen Dollar befragt. Auch wenn es gewisse Unschärfen hinsichtlich der direkten Vergleichbarkeit beider Studien geben sollte, die Unterschiede sind doch so groß, daß offensichtlich stets ein nennenswerter Vorteil für die Windows-Lösungen übrigbleibt.

Die Befragung der Firmen durch die Karlsruher ergab weiter, daß im Durchschnitt 55 Prozent aller DV-Aufwendungen auf das PPS-System, 18 Prozent auf ein CAD-System und 14 Prozent auf die Office-Komponenten entfallen. Firmen, deren CAD-Anwendungen zum Teil noch auf Unix-Workstations laufen, müssen dort die höchsten Kosten pro Arbeitsplatz bestreiten: Durchschnittlich 7300 Mark jährlich weisen die Konstruktionsstationen als deutliche Kostentreiber aus. Unternehmen, die dagegen zuvor von Midrange- oder Unix-Anwendungen zu PC-basierenden Lösungen migrierten, konnten über diesen Schritt ihre Ausgaben für Hard- und Softwarewartung um ein Drittel reduzieren.

Ein unerwartetes Ergebnis weist die Studie bei der Verteilung der DV-Aufwendungen aus: Mit insgesamt 35 Prozent belegen die Kosten für Hardware und deren Wartung trotz sinkender Preise den größten Posten der Ausgaben. Es folgen das interne DV-Personal mit 30 Prozent, und nur 25 Prozent des Kuchens entfallen auf Software-Investitionen und Wartung. Externe Dienstleistung und Beratung nehmen bei den untersuchten Firmen nur zehn Prozent der Aufwendungen in Anspruch.

Der vergleichsweise niedrige Kostenanteil von Software und Service sollte jedoch nicht zu der Annahme verführen, ein Windows-Produkt für ERP oder CAD/CAM sei ähnlich leicht einzuführen wie eine Textverarbeitung. Eine effektive Unterstützung der Angebotserstellung, Auftragsabwicklung, Produktion, Lagerhaltung und Personalwirtschaft setze sorgfältig geplante Projekte und immer auch eine Anpassung voraus, für die im Mittelstand jedoch meist das Fachpersonal fehle. Der deshalb benötigte Beistand von Systemhäusern sei mit 50 bis 100 Manntagen Dienstleistung zwar kein Pappenstiel, zahle sich aber später aus.