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Nixdorf erweitert 88-Familie um zwei Terminal-Systeme


27.03.1975 - 

Kleine Systeme für die "Großen"

Wenige Wochen vor der Hannover Messe stellte die Nixdorf-Computer AG auf internationalen Presse-Konferenzen zwei weitere, Terminal-Systeme der Produkt-Familie 88 vor. Das Modell 8820 ist ein universelles Terminal-System, das Modell 8864 wurde speziell für den internationalen Bankenbereich entwickelt (in den nächsten fünf Jahren wird der Bedarf an Bankenterminals in Europa auf 250 000 Einheiten geschätzt).

An die beiden Terminal-Systeme ist die bereits bestehende Nixdorf-Peripherie anschließbar, die beiden Zentraleinheiten sind echte Neuentwicklungen.

Foto: HNF Heinz Nixdorf MuseumsForum

Arbeitsplatz-orientiertes Terminal-System 8820

Das intelligente, freiprogrammierbare Terminal-System 8820 kann sowohl stand alone wie auch im Online-Betrieb eingesetzt werden. Die Grundausstattung des Systems besteht aus einer Zentraleinheit mit 20 K Bytes Arbeitsspeicher, einer Tastatur, Diskette und Display oder Drucker. Die Diskettenkapazität beträgt 0,3 Mio. Bytes, maximal sind 3 Floppy Disks anschließbar. Der Arbeitsspeicher ist auf 28 K Bytes ausbaufähig. Der Dialog mit dem System kann wahlweise über einen 240-, 480 oder 960-Zeichen-Bildschirm erfolgen, der dem Bedienungspersonal Fehlermeldungen und Korrekturanweisungen anzeigt. Eine spezielle Führungsanzeige gibt der Bedienungskraft die einzelnen Arbeitsschritte vor. Das System kann in einem PL/1 Subset programmiert werden. Für Standarderfassung bietet Nixdorf einen Datenerfassungsgenerator an.

Als Zielgruppen für den Absatz des 8820-Systems sieht Nixdorf Mittel- und Großunternehmen, die bereits über eine eigene EDV-Anlage verfügen. Um zu vermeiden, daß das kostengünstige System als Standalone-Anlage eingesetzt wird, beabsichtigt Nixdorf, die Terminal-Systeme erst ab einer Anzahl von fünf Einheiten beim Kunden zu installieren. Mit einer Systemmiete von 1150 Mark bis 2100 Mark bei einem 5-Jahres-Vertrag inklusive Wartung (Kauf: ca. 42 000 bis 70 000 Mark) will Nixdorf seinen Kunden den Übergang auf eine moderne, arbeitsplatz-orientierte Organisation erleichtern.

Terminalsystem 8864 für Banken

Mit der 8864 konstruierte Nixdorf ein Terminalsystem für den internationalen Bankensektor, "weil bereits heute erkennbar wird, daß die international tätigen Banken langfristig ihren Geschäftsverkehr auch über die Ländergrenzen hinweg mit Hilfe von direkt miteinander verbundenen Computern abwickeln werden".

Das modular aufgebaute System löst neben Dialogverkehr mit dem zentralen Rechnersystem weitere Aufgaben: Remote Batch-Verarbeitung, Datenerfassung, Verarbeitung und Konzentration der Daten sowie Updating in der Terminal-Zentraleinheit. An die Zentraleinheit sind bis zu 16 Arbeitsplätze anschließbar, an denen mit unterschiedlichen Programmen gearbeitet werden kann.

Die Zentraleinheit besteht aus einem mikroprogrammierten Rechner mit einer Zykluszeit von 125 Nanosekunden. Der Speicher ist bis auf 64 K Bytes ausbaubar. Drucker mit Sparbuch- und Belegeinzug in verschiedenen Formaten, Journalführung, sowie einfachem und doppeltem Formularvorschub stehen zur Verfügung. Weiterhin sind Magnetplatten, Magnetbänder, Floppy Disks, Magnetbandkassetten und Lochkartenperipherie anschließbar. Spezielle Peripherie-Einheiten für den Bankensektor, zum Beispiel Scheckleser und Geldausgabeautomaten, vervollständige das Angebot. Das Betriebssystem OS/TG (Operating-System - Terminal-Geldinstitute) steuert den gesamten Ablauf zwischen System und Bedienungspersonal sowie die Kommunikation zwischen Zentraleinheit und Peripherie. Als Programmiersprachen können Subsets von PL/1 und Cobol sowie RPG, Assembler und Parametersprachen eingesetzt werden. Nach Angaben des Herstellers erfolgen die ersten Auslieferungen des Bankenterminal-Systems bereits Ende t975, Magnetplattenversionen werden jedoch erst 1976 installiert.