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21.08.1992 - 

Neue Märkte für kleine Unix-Lösungen

Kleinere Monitore gut genug für abgespeckte Unix-Workstations

*Ehrhard Krischker ist Technical-Marketing-Ingenieur bei Hewlett-Packard.

Wenn die Hersteller von Unix-Workstations ihre Absicht, in den PC-Markt vorzudringen, mit Erfolg krönen wollen, müssen abgespeckte Lösungen her: 14- oder 16-Zoll-Monitore mit hoher Auflösung wären ein Anfang; denn einen 19-Zoll-Monitor wird sich der Umsteiger nicht leisten wollen.

Der Monitor ist eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen Mensch und Computer, Gerade bei vielschichtigen Oberflächen mit hochkomplexen, grafischen Darstellungen kommt diesem Handwerkszeug eine große Aufgabe zu: Es muß die reale Welt Pixel für Pixel möglichst original widerspiegeln beispielsweise CAD-Entwürfe eines Architekten, Prognosen anhand von wissenschaftlichen Berechnungen logisch visualisieren, etwa das Strömungsverhalten der Meere, Wettervorhersagen oder Prozesse nachvollziehen können, unter anderem bei operativen Eingriffen.

Höhere Auflösung nur auf Bestellung

Im Unix-Markt hat sich während der vergangenen zwei Jahre der hochauflösende 19-Zoll-Monitor durchgesetzt. Nur zur Erinnerung: Zuvor waren es der 16-Zoll- beziehungsweise der 19-Zoll-Monitor im Medium-Resolution-Mode (1024 x 728 Pixel), die hauptsächlich Anwendung fanden - nicht zuletzt aus Kostengründen. Echte Specials - 21- oder gar 23-Zoll-Monitore mit einer höheren Auflösung - werden nur auf Bestellung und in geringer Stückzahl hergcstellt.

Medium-Monitore nicht ausreichend

Die Auflösung des Bildschirms wird in Pixel angegeben und beträgt im High-Resolution-Mode 1280 x 1024 Pixel; 19-Zoll-Farbmonitore mit einer geringeren Auflösung (1024 x 768 Pixel) sind derzeit im Unix-Bereich weniger verbreitet, weil die meistten Applikationen eine hohe Auflösung erfordern und Monitore aus dem Medium-Resolution-Bereich für diese Anwendungen nicht ausreichen.

"Die Zeit der klaren Verhältnisse ist vorbei", überschrieb die COMPUTERWOCHE in Ausgabe vom 26. Juni 1992 einen Beitrag über die erwarteten Veränderungen im PC-Markt durch die wachsende Präsenz von Unix-Anbietern. Abgespeckte Unix-Workstations werden vor aussichtlich schon in naher Zukunft verstärkt auf den PC-Markt drängen und als ernst zu nehmende Konkurrenz so manchen PC-Hersteller das Fürchten lehren. Auch vor den grauen Monitoren mit ihren bunten Icons wird dieser Trend nicht haltmachen. Es ist zu erwarten, daß schon bald 14- oder 16-Zoll-Monitore für Unix-Applikationen auf den Markt kommen werden. Der High-end-Bereich jedoch ist nach wie vor eine Domäne der 19-Zoll Monitore.

Nicht bei jeder Anwendung, die heute auf einer Workstation läuft, ist ein 19-Zoll-Monitor vonnöten. Bei CASE-Applikationen beispielsweise ist der 19-Zoll-Monitor nicht unbedingt ein Muß. Erforderlich ist der große Screen nach wie vor bei Applikationen im Bereich CAD, Elektronikentwicklung, wissenschaftliche Visualisierung, elektronisches Publizieren und geographische Informationssysteme. In diesen Bereichen werden Daten gewonnen, aufbereitet, visualisiert, geändert oder fortgeschrieben. Es werden Teile segmentiert, isoliert betrachtet, in verschiedene Richtungen gedreht.

Noch immer arbeiten die meisten Monitore mit einer Elektronenstrahlröhre. Was aber für Laptops und Notebooks schon lange die Regel ist, wird auch bald im Unix-Umfeld hoffähig sein: Flüssigkristall-Anzeigen (LCDs). Auch Farb-LCDs sind dank der TFT-(Dünnfilmtransistor-)Technik inzwischen realisierbar.

Die Nutzbarmachung dieser Technik auch für große LC-Displays - heute liegt die Grenze noch etwa bei 12-Zoll-Screens - wäre wünschenswert, denn die schwergewichtigen Röhrenmonitore beanspruchen viel Platz auf dem Schreibtisch. Zahlreiche Hersteller investieren bereits viel Arbeit und Geld darin, größere Displays mit LC-Technik auszustatten. Es ist davon auszugehen, daß sich neben den konventionellen Röhrengeräten auch LC-Displays auf dem Unix-Markt durchsetzen werden.

Dank dieser Technik werden die hochauflösenden Monitore als Flach-Panel - mit einer Tiefe von zirka fünf Zentimetern statt rund 50 Zentimetern (und mehr) bei den Bildröhrengeräten - möglich. Eine Workstation als Laptop!? Damit muß gerechnet werden.

Monitor-User kritischer geworden

Eines jedoch sollte nicht unerwähnt bleiben: 3D-Zeichnungen lassen sich auf den herkömmlichen Röhrenmonitoren realistischer darstellen als auf den Flach-Panels, die in diesem bereich derzeit noch nicht die erfordcrliche Qualität bringen.

Die Benutzer von Monitoren sind kritischer geworden - zu Recht, denn sie verbringen immer mehr Arbeitszeit am Bild schirm. Ihre häufigen Klagen über brennende Augen, Müdigkeit und kopfschmerzen haben dazu geführt, daß neben der GS-Norm (für geprüfte Sicherheit) die strengen schwedischen Strahlungsrichtlinien auch auf den übrigen europäischen Märkten als freiwillige Richtlinien mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. In dieser Norm sind folgende Emissions-Grenzwerte festgelegt:

- Röntgenstrahlung (5000 nGy/h (Nano Gray/Stunde);

- elektrostatisches Feld ( +/- 500 V; äquivalentes Oberflächenpotential in 0,3 Meter Abstand nach 20 Sek.);

- elektrisches Wechselfeld im Band 1 (5 Hz - 2 kHz): 25 Volt/Mcter (V/m);

- elektrisches Wechselfeld im Band 2 (2 kHz - 400 kHz): 2,5 V/m;

- magnetisches Wechselfeld im Band 1 (5Hz - 2 kHz): 250 Nano-Tesla (n/T);

- magnetisches Wechselfeld im Band 2 (2 kHz - 400 kHz): 25 nT.

In der Bundesrepublik prüft der TÜV auf Antrag der Hersteller nach der Schwedennorm der Röntgenwert muß gemäß Röntgenverordnung von allen Geräten eingehalten werden.

Ein weiterer Faktor in Sachen Ergonomie ist die Bildwiederhol-Frequenz. Während früher durchwegs mit 60 Bildern pro Sekunde gearbeitet wurde, strebt man heute aus ergonomischen Gründen mindestens 70 Hertz oder mehr an. Ein absolut flimmerfreies Bild zu erhalten, sollten sämtliche Monitore mit einer Bildfrequenz von über 70 Hertz arbeiten.

Ob sich in naher Zukunft Monitore durchsetzen, die mit 80 beziehungsweise 90 Hertz getaktet sind, ist allerdings fraglich. Unterschiede in der Bildqualität zu den 72-Hz-Geräten sind für das menschliche Auge nicht auszumachen, so daß der höhere technische Aufwand für einen solchen Screen eigentlich nicht zu rechtfertigen ist.

Ein völlig neuer Anwendungsbereich ist durch die Multimedia-Technik entstanden, eine Technik, die ein interaktives Zusammenwirken von Text und Grafik beziehungsweise Animation und vertonten Videobildern ermöglicht. Der Anwender kann den Ablauf auf dem Bildschirm beeinflussen und ihn seinen Wünschen entsprechend gestalten. Bis dato ungeahntc Möglichkeiten der Visualisierung haben sich aufgetan: Video-Technik am und im Computer.