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Personalbedarfsstudie der Gesellschaft für Organisation:


26.03.1982 - 

Kleinstcomputer werden den DV-Boom tragen

WIEN (pi) - Der Mangel an qualifiziertem EDV-Fachpersonal wird sich in Österreich in den kommenden zehn Jahren verschärfen, obwohl bei Großcomputern mit sinkenden Zuwachsraten gerechnet wird. Der Preisverfall in der Computer-Hardware wird nämlich ein überproportionales Ansteigen der Computerverwendung insgesamt bewirken. Getragen wird dieser EDV-Boom in den 80er Jahren von Kleinstcomputern. Das geht aus einer Studie über den Personalbedarf In der EDV, von Professor F. Neeb, Gesellschaft für Organisation (Wien), hervor.

Derzeit wird der Mangel an qualifiziertem EDV-Personal in Österreich - insbesondere an EDV-Leitungsfachkräften, EDV-Spitzenfachleuten, Programmierern und Operatoren durch eine Welle neuer Großcomputer, etwa der Reihe IBM 4341, und spürbare Nachfragebelebung besonders verschärft. Doch während bei den Großcomputern in den kommenden Jahren mit einer gewissen Marktsättigung zu rechnen ist, wird sich die Verwendung von Kleincomputern weiterhin progressiv steigern. Sowohl Groß- als auch Minicomputer aber müssen - wenngleich in unterschiedlichem Maß - von Fachleuten

betreut werden.

Die für diese Arbeitsplätze notwendigen EDV-Kenntnisse sind unterschiedlicher Natur. Sie reichen vom Computer-Fachmann bis zum entsprechend eingeschulten Sachbearbeiter ohne besondere EDV-Kenntnisse.

So werden 1991 mindestens 3100 EDV-Leitungsfachkräfte mit einem Monatsgehalt von 30 000 Schilling im Einsatz stehen. Diese Gehälter sind nach heutigen Verhältnissen errechnet und werden bis 1991 entsprechend steigen. Heute sind es rund 1900. EDV-Spitzenfachleute (Monatsgehalt 25 000 Schilling) dürften 1991 auf 7000 Arbeitsplätzen eingesetzt werden, heute sind es knapp 4000. 1991 werden 15 700 Programmierer in Österreich beschäftigt sein, das sind um 74 Prozent mehr als heute. Und Maschinenbetreuer, " Operators', werden bis 1991 22 190, heute 11 940 gebraucht. Besonders rasant wird sich die Zahl der Mitarbeiter erhöhen, die für Arbeiten im Zusammenhang oder mit der Nutzung der EDV nur kurzfristig angelernt oder für nicht EDV-spezifische Tätigkeiten eingesetzt sind: 1991 wird es mit 163 000 sechsmal so viele geben wie heute.

Überproportionalen Anteil an dieser Entwicklung haben die Minicomputer. Heute sind für sie knapp 1000 Spitzenfachleute und Programmierer nötig, ferner 4600 Operatoren und 17 600 sonstige Mitarbeiter. In zehn Jahren werden es mindestens 1900 Spitzenfachleute und Programmierer, 10 530 Operatoren und 145 000 sonstige Mitarbeiter sein. Es wird sich dabei aller Voraussicht nach nicht um neue Arbeitsplätze handeln, sondern um solche, die schon vor der Computerisierung vorhanden waren. Die wichtigste Qualifikation des Bedienungspersonals von Mini-Computern wird die gründliche Kenntnis der betrieblichen Organisation sein.

Der Mehrbedarf an EDV-Personal wird zunächst von jährlich 500 Akademikern und 2000 Maturanten, der Rest von Absolventen anderer Schulen gedeckt werden. Gegen Ende des Jahrzehnts wird sich dieser jährliche Mehrbedarf auf 400 Akademiker und 1600 Maturanten abschwächen. EDV-Fachpersonal wird dann in größerem Ausmaß nur noch bei den Lieferfirmen für Kleinst-Computer zur Programmwartung und in Service-Rechenzentren zusätzlich benötigt werden.