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30.01.1976 - 

RZ-Umbau bei laufendem Online-Betrieb:

"Klimawechsel" bei der BDZ, Frankfurt

Die Börsen-Daten-Zentrale GmbH - ein EDV-Service-Unternehmen von Banken getragen - hat die Aufgabe, mittels Computer die technische Abwicklung der Börsengeschäfte und der Wertpapierbörsen - Frankfurt/Main, Hamburg und Hannover durchzuführen.

In Frankfurt am Main setzt die BDZ zwei Systeme IBM 370/135 mit insgesamt über 80 Terminals verschiedener Art ein, um die vielfältigen Aufgaben wie Online-Erfassung im Börsensaal Abrechnungen und Buchungen sowie die vollautomatische Erstellung der Filmmatritzen für den Druck der Kursblätter und Börsenzeitung zu bewältigen.

Durch die ständige Erweiterung des EDV-Systems waren die technischen Anlagen wie Stromversorgung, Klima und Aufstellflächen bald hoffnungslos überlastet; eine grundlegende Neuplanung war unausweichlich, nachdem zusätzlich die BDZ der internationalen S.W.I.F.T.-Organisation für die Aufstellung des deutschen "Konzentrators" Rechenzentrumsräume zur Verfügung gestellt hatte.

Wenig Gegenliebe bei Klimafirmen

Um die notwendige Börsennähe (Citylage) zu erhalten, mußten die vorhandenen Räume bei von laufendem Betrieb umgebaut werden. Diese Gegebenheiten erforderten besonders bei der Klimatisierung strenge Auswahlkriterien wie

- keine Zu- und Abluftkanäle

- flexible Anpassung bei Konfigurationsänderung

- größtmöglicher Wirkungsgrad durch Trockenkühlung

- keine zusätzlichen Wärmespender wie Kompressoren, Pumpen, Befeuchter im Rechenzentrum

- komplettes Duplex-System

- betriebssichere, deshalb einfache Regelung

- kein Kältemittel (Frigen) im Rechenzentrum, die bereits in den ersten Gesprächen mit renommierten Klimafirmen wenig Gegenliebe fanden, da deren Lieferprogramm normalerweise nicht darauf eingestellt ist.

Erst mit dem Ingenieurbüro für EDV-Technik H. Schnabel hatten wir einen Partner, um unser Konzept in die Praxis umzusetzen.

Als wesentliche Neuerung haben wir die Neukonstruktion von einfachen. Umluftgeräten (Typ: Computair-Holland Heating). Diese Geräte sind nur mit einem Filter, Ventilator und Kühler ausgerüstet und haben zweckentsprechend einen hohen Luftwechsel, um für einen idealen Wärmeaustausch zu sorgen. Durch einfaches Entfernen einer Doppelbodenplatte und den Anschluß mit flexiblen Schläuchen an das zweifache Kaltwassersystem stehen die Computairs direkt neben dem größten Wärmespender, den Zentraleinheiten, Steuereinheiten und Stromversorgungen und verhindern damit eine unnötige Erwärmung der Umgebung im Rechenzentrum. Das Kaltwasser für diese Geräte wird durch zwei Aggregate mit einer Leistung von je 100 000 Kcal pro Stunde im siebten Obergeschoß erzeugt. Besonders wichtig ist für uns, daß alle Pumpen, Kondensatoren und Rohrleitungssysteme doppelt installiert sind, damit jedes Teil gewartet, repariert oder ausgetauscht werden kann, ohne die Klimatisierung des Rechenzentrums zu gefährden. Leider findet dieser Punkt bei herkömmlichen Ausführungen zu wenig Beachtung. Interessant ist dabei, daß die in der Regel üblichen Kosten von DM 1,50 pro Kcal trotz dieses technischen Aufwandes nicht überschritten wurden.

Aus Platzmangel konnten wir die geplante Energie-Rückgewinnung nicht in die Tat umsetzen. Bei der Installation in einen Neuhau wäre zum Beispiel die Computerwärme zu Heizung der Bürowärme eine ideale Möglichkeit der Energie-Ersparnis.

Nachdem wir nun seit mehreren Monaten in unserem neuen Rechenzentrum unserer täglichen Arbeit nachgehen, können wir mit Befriedigung feststellen, daß wir mit hohem Wirkungsgrad unsere technischen Anlagen betreiben und die erstgenannten Punkte in fast allen Einzelheiten erfüllt werden konnten. Die erheblichen Mehrbelastungen, die sich bei einem Umbau während des laufenden Betriebes für die Mitarbeiter gar nicht vermeiden lassen, sind nach diesem angenehmen Erfolg mit der neuen Umgebung bald vergessen.

*Eberhard Adolph ist Geschäftsführer der Börsen-Daten-Zentrale, Frankfurt