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08.12.2000 - 

"Der Markt hat es nicht gewollt"

Knorr Capital und VMR erklären geplante Fusion zur Makulatur

MÜNCHEN (CW) - Die im Oktober angekündigte Fusion zwischen den Wagniskapitalfirmen Knorr Capital Partners AG, München, und Value Management & Research (VMR) AG, Schwalbach, ist geplatzt. Beide Unternehmen reagierten damit auf den dramatischen Kurseinbruch ihrer Aktien. Die im Zuge des Mergers erhofften Synergieeffekte sollen nun durch eine weit reichende Kooperation erzielt werden.

"Wir sind sowohl in Sachen Börsenwert als auch hinsichtlich des investierten Kapitals die Nummer eins", feierte Vorstandschef Thomas Knorr Mitte Oktober den Deal mit VMR im Gespräch mit der CW vollmundig. Knapp zwei Monate später ist alles nur noch Makulatur. Beide Gesellschaften haben aufgrund der Kursentwicklung ihrer Aktien die Fusion ausgesetzt. Aus Sicht der Vorstände spiegelt "die aktuelle Bewertung beider Unternehmen die chancenreiche Position im Venture-Capital- und Finanzdienstleistungsgeschäft in keiner Weise wider", heißt es in einer Knorr-Capital-Mitteilung. "Der Markt hat es nicht gewollt. Mit der Brechstange wollten wir aber die Fusion nicht durchziehen", lieferte VMR-Vorstand Florian Homm gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" eine noch pointiertere Erklärung des Rückziehers.

In der Tat wurden beide Firmen seit der Ankündigung ihres Zusammenschlusses an der Börse regelrecht abgestraft; die Aktien verloren zum Teil mehr als 50 Prozent ihres Kurswertes. Ein Absturz also, der nicht alleine mit der auch im deutschen Wagniskapital-Sektor zu beobachtenden Marktschwäche erklärbar ist. Erschwerend kommt hinzu, dass offenbar vor allem die Privatanleger Vorbehalte gegen die Fusionspläne gehabt hatten - rund 40 Prozent der Aktien bei Knorr Capital (bei VMR sind es sogar mehr als die Hälfte) sind aber breit gestreut.

Rückzieher schwächt die strategische PositionNoch nicht absehbar ist in jedem Fall der Imageverlust, der beiden Companies droht. Bei der Bekanntgabe des Scheiterns der Fusion gaben die Aktien von Knorr Capital und VMR erneut deutlich auf knapp 26 beziehungsweise 16,60 Euro nach. Hinzu kommt: Schon vor gut einem Jahr hatte es Pläne zu einem Zusammenschluss unter dem Dach des Emissionshauses Gold-Zack gegeben, die dann jedoch im Sande verlaufen waren.

Der Rückzieher verschlechtert aber vor allem auch die strategische Position beider Unternehmen, heißt es in Branchenkreisen. Der Markt konsolidiere sich, über kurz oder lang dürften sich nur die großen, international operierenden VC-Gesellschaften halten können. In ihrem organischen Wachstum seien aber sowohl Knorr Capital als auch VMR begrenzt.

Auch aus diesem Grund machen die beiden "Gescheiterten" aus ihrer Not eine Tugend. Man könne die Vorteile einer Fusion auch im Rahmen einer weitreichenden Kooperation erreichen, ohne den Kapitalmarkt in Anspruch zu nehmen, teilte Knorr Capital weiter mit. Auf eine Kapitalerhöhung wurde verzichtet. Knorr werde sich nun "maßgeblich" an dem VMR-Ableger VEM Virtuelles Emissionshaus AG, München, beteiligen. VMR hält derzeit an der Wertpapierhandelsbank, deren Neuemissionen über das Internet gezeichnet werden können, 60,3 Prozent der Anteile. Zudem sei der Aufbau einer gemeinsamen Gesellschaft beschlossen worden, die so genannte Private-Equity-Fondsprodukte in Zusammenarbeit mit namhaften Finanzdienstleistern anbieten soll.