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01.08.1986

Know-how-Träger selbst für Personal-Rechercheure schwer zu finden:CADCAM-Stellenangebote mehr als verdoppelt

HAMBURG (lo) - High-Tech-Know-how ist nun auch bei Consultants stark gefragt; die deutschen Beratungsunternehmen füllen derzeit ihre Reservoirs mit Software- und CAD/CAM-Wissen auf. Doppelt so viele derartige Positionsausschreibungen konnte die SCS Personalberatung in Hamburg bei einer Arbeitsmarktanalyse feststellen. Und: Unter den herkömmlichen Spitzenreiterbranchen belegt die Informationstechnik dabei den "traditionell" vierten Platz.

Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 35 Prozent mehr Positionsausschreibungen zusammen in überregionalen Tageszeitungen veröffentlicht als im ersten Halbjahr 1985. Nach Ergebnissen einer Anzeigenanalyse des Hamburger Beratungshauses stammen vom Gesamtstellenangebot allein knapp 16 Prozent aus der elektrotechnischen Branche; der Maschinen- und Apparatebau folgt mit rund

13 Prozentpunkten; nach der chemischen Industrie mit gut fünf Prozent belegt die Informationstechnik mit knapp fünf Punkten nach wie vor den vierten Platz.

Informatiker zusammen mit DV-Spezialisten können einen elfprozentigen Anteil am Gesamtstellenangebot der überregionalen Tages- und Fachzeitungen auf sich vereinen: Für die Computerexperten und DV-Profis wurden im ersten Halbjahr 1986 insgesamt etwa 7000 Stellenausschreibungen in der COMPUTERWOCHE, der "Frankfurter Allgemeinen" sowie der "Süddeutschen Zeitung" und der "Welt" veröffentlicht. Das entspricht gegenüber den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres einem Zuwachs von 44 Prozent. Von den Know-how-Trägern konnten die CAD/CAM-Spezialisten mit jeweils mehr als doppelt so vielen Angeboten wie im Vergleichszeitraum 1985 die höchsten Steigerungsraten verbuchen. Anteilsmäßig dominieren jedoch noch immer Programmierer und Organisatoren, denen insgesamt knapp die Hälfte der Offerten galt.

Als Spitzenreiter bei den Steigerungsraten verzeichnet SCS die Dienstleister, allen voran Beratungsunternehmen. Diese Gruppe, deren Anteil am gesamten Marktvolumen im ersten Halbjahr 1986 knapp drei Prozent betrug, weist eine Steigerung von 91 vom Hundert gegenüber der gleichen Vorjahresperiode auf. Mit einem Time-lag, so interpretieren die Hamburger diesen Vorgang, reagierten die deutschen Consultants auf einen steigenden Bedarf an Beratungsleistungen. Denn im vergangenen Jahr hätten sie keinen Mehrbedarf an Mitarbeitern signalisiert, sondern Leistungssteigerungen durch Rationalisierungen ermöglicht.

Eine solche Interpretation treffe sicher auf ausgelastete Einzelberater zu, rückt der Bundesverband Deutscher Unternehmer in Bonn (BDU) diese Aussage zurecht. Software- und Systemhäuser indes suchten - und suchen - händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern und hätten auch schon im vergangenen Jahr um 90 Prozent personell aufgestockt. Begehrt wären in erster Linie Verkäufer, Berater, Systementwickler und Programmierer, aber auch Ingenieure und Informatiker. Ihnen galten laut SCS-Analyse etwa die Hälfte der Angebote.

Auch die Dienstleister Versicherungen schrieben rund zwei Drittel und die Banken gut 40 Prozent mehr Positionen als im ersten Halbjahr 1985 aus, so die Hamburger Berater. Hauptsächlich betriebswirtschaftlich und kaufmännisch ausgebildete Fachkräfte für Rechnungswesen und Controlling, das Org./DV-Segment und den Vertrieb waren gesucht.

Immer höher im Kurs stehen für Unternehmen aus dem Industriesektor neben Verkaufs- und Vertriebsexperten Manager und Spezialisten für produktionsorientierte Aufgabengebiete. Die Zahl der Ausschreibungen, die speziell für Produktion und Konstruktion geschaltet wurden, stieg in der Elektroindustrie um 69 Prozent, im Maschinenbau um 41 Punkte und im Fahrzeugbau um 36 vom Hundert.

Damit konnten nach Werten von SCS de Ingenieure - über sämtliche Branchen gerechnet - ein Angebotsplus von 40 Prozent mit dem größten Angebotsanteil von 38 Prozent verbuchen, bei dem die Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik mit der Hälfte der Offerten dominierten.

Zusamen mit diesen teilweise "sehr hohen" Zuwachsraten beobachten die SCS-Berater zugleich, daß Expertenwissen - vor allem im Bereich neuer Techniken - mittlerweile als Mangelware gilt: Dem Job-Index nach "kocht es schon wieder". Die Unternehmen müßten bei ihrer Jagd nach hochqualifizierten Managern und Spezialisten eine steigende Zahl von Anzeigen starten.

Nur 2,6 Prozent aller Angebote im ersten Halbjahr 1986 richteten sich an oberste Unternehmungsfunktionen wie Vorstand oder Geschäftsführer. Konjunkturunabhängig gehe dieser Anteil auf dem Stellenmarkt seit Jahren zurück. Doch aus Erfahrungswerten im Personalberatungsgeschäft weiß SCS über jene diskreten Aufträge zu berichten: Für Vakanzen im Topmanagement befleißigt man sich wieder zunehmend der exklusivsten Art, hochkarätige Personen für sich zu überzeugen - nämlich "Direct-search".