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26.02.1999 - 

Mitarbeiter bunkern ihr Wissen

Knowledge-Management scheitert an organisatorischen Fragen

MÜNCHEN (gfh) - Die DV-Technik ist jetzt in der Lage, dem Unternehmen Wissen und Erfahrung seiner Mitarbeiter systematisch zugänglich zu machen. Auf dieser Überzeugung beruhen die Hoffnungen der Anbieter von Knowledge-Management-Systemen.

Auf dem European IT Services Forum in München gossen die Analysten von IDC Wasser in den Wein. Sie wiesen darauf hin, daß es sich hier um einen Zukunftsmarkt handle, der von den Anwenderfirmen noch kaum wahrgenommen werde. So verwenden 66 Prozent der von IDC und Cap-Gemini befragten Firmen in den USA und Europa noch konventionelle Techniken wie Telefon, Fax, Meetings und E-Mail für die Verbreitung von Wissen. Immerhin 21 Prozent der Firmen setzen zu diesem Zweck jedoch bereits eine Datenbank ein.

Die Perspektiven sind verlockend. Die Industrie glaubt, die Mittel an der Hand zu haben, um das bei Mitarbeitern oder Kunden vorhandene Wissen formalisieren und in verwertbarer Form digitalisieren zu können. Davon versprechen sich 80 Prozent der von IDC befragten Unternehmen eine Effizienzsteigerung ihrer Organisation. Gleichzeitig rechnen aber fast die Hälfte mit organisatorischen Schwierigkeiten bei der Einführung von Knowledge-Management.

Die Probleme liegen tatsächlich weniger im technischen als im menschlichen Bereich. So haben die in München auftretenden Referenten die Erfahrung gemacht, daß Mitarbeiter in der Regelnicht bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen. Manche seien erschreckenderweise zudem nicht willens, einmal Erlerntes durch neue Erkenntnisse zu korrigieren. Patrick McHugh, Vice-President bei AT Kearney, schlug daher vor, sich den Wissenschaftsbetrieb zum Vorbild zu nehmen. Anders als in der Wirtschaft werde hier das Verbreiten von Wissen, also etwa das Schreiben von Aufsätzen oder das Halten von Vorlesungen und Seminaren durch Geld, bessere Positionen und größeres Renommee belohnt.

Es gibt aber noch grundlegendere Probleme. So sind sich auch die Anbieter bisher keineswegs darüber einig, ob Wissen von Individuen und Gruppen nicht einen Teil seines Werts verliert, wenn man es digitalisiert und über Datenbanken und Netze anderen Mitarbeitern und Abteilungen zur Verfügung stellt.