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20.03.1992 - 

Mit Unix den Mitbewerbern auf den Fersen

Knowledgeware will sich nicht mehr auf IBM allein verlassen

MÜNCHEN (CW) - Die Knowledgeware Inc., Atlanta, hat ihren Kunden auf der diesjährigen Anwenderkonferenz Unix-Produkte versprochen. Das Unternehmen, das zum engeren Kreis der Partner für die proprietäre CASE-Strategie AD/Cycle von IBM zählt, bricht damit mit seinem strengen True-Blue-Konzept. Von konkreten Produkten wurde jedoch kaum gesprochen.

Mit der Ankündigung von Unix-Produkten macht Knowledgeware gegenüber dem Hauptkonkurrenten Texas Instruments (TI) Boden gut. TI hat sein OS/2-basiertes IEF-CASE-Tool bereits auf Unix-Rechner von IBM sowie Hewlett-Packard portiert und will es in der endgültigen Version Ende dieses Jahres freigeben.

Peter Privateer, Vice-President of Strategic Product Planning bei Knowledgeware, verriet der US-amerikanischen CW-Schwesterpublikation "Computerworld", daß sein Unternehmen nicht das OS/2-basierte AD/Cycle-Produkt "IEW/ADW" portieren, sondern ein Native-Unix-Produkt auf den Markt bringen werde. Während sich Privateer über Produktbezeichnungen und Zeitpläne ausschwieg, nannte Jürgen Gallmann, Produkt-Manager der Ernst & Young CASE Services GmbH, einen Zeitraum von zwölf bis 24 Monaten, den das Unix-Produkt bis zur Marktreife noch brauchen werde. Ernst & Young vermarkten hierzulande die Knowledgeware-Produkte.

Zwar wollte Gallmann keine Auskunft darüber geben, auf welchem Rechner die Software laufen wird, er räumte jedoch mit für die Unix-Systeme von Sun Microsystems, Hewlett-Packard und IBM entwickelt werden könne. Einen weiteren Hinweis gab sein US-Kollege Privateer, als er versprach, daß die Workbench dem kürzlich vorgestellten AIX-CASE-Konzept der Armonker entsprechen werde.

Die Reaktion der Anwender fiel eher zurückhaltend aus. "Es ist anständig, uns von den Unix-Plänen zu berichten, aber für uns sind sie derzeit noch nicht von Bedeutung", kommentiert der IT-Stratege Saiid Razavi aus Kansas City, Montana, die Zusicherung von Knowledgeware.

Außerdem festige sich bei den Kunden der Eindruck, so Dave Sharon, Pesident der Unternehmensberatung CASE Associates Inc., Oregon City, daß die Zukunft von Knowledgeware nicht bei Unix, sondern bei OS/2 und dem AD/Cycle-Produkt ADW liege. Der Grund: Das Unternehmen hat laut "Computerworld" in den letzten 18 Monaten fünf OS/2-Produkte und keines für MS-DOS auf den Markt gebracht.

Dieser Deutung widerspricht Gallmann. Der Einstieg in Unix sei mit der jetzt vorgestellten "ADW-Construction Workstation GUI" für die Erstellung grafischer Oberflächen geleistet, das derzeit allerdings nur unter OS/2 läuft.