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24.10.1975 - 

Was ist neu und ungewöhnlich auf der Systems?

Knüller, Füller und Exoten

MÜNCHEN - Tausende Produkte zeigen die knapp 300 Systems-Aussteller. Die Gemeinschaftsstände der Amerikaner und Briten einbezogen, durften Hunderte jüngst angekündigte Systeme in München zum ersten Mal in der Bundesrepublik gezeigt werden.

Ein Bericht über das, was nun wirklich neu ist, muß bei Platzbegrenzungen zwangsläufig subjektiv sein, zumal es an anderer Stelle umfangreiche CW-Tabellen als Gesamtübersicht gibt. Immerhin auch objektiv sind von den Systems-Exponaten einige als Knüller zu bezeichnen.

Zu dieser Kategorie zählt eindeutig das auf der Systems erstmals gezeigte Programmentwicklungs-Terminal-System Softlab-PET für die lnteraktive Programmierung. Auf dem Softlab-Stand werden 6 Terminals eines Philips X 1150-Datensammelsystems stehen, eingesetzt, um das interaktive Programmieren mit einem Stand-Alone-System für die Programmierabteilung zu demonstrieren. Dabei soll die Produktivität bei Systementwicklung und Codierung unter Nutzung der neuen Methoden moderner Softwaretechnologie um 50 Prozent und mehr gesteigert werden können. Wohl selten wurde in Fachkreisen eine Premiere mit so viel Spannung erwartet.

Etwas für de Großen

Mit Neugier wird auch der physischen Präsenz des bereits seit längerem angekündigten Hardware-Monitors MS 38 auf dem Testdata-Stand entgegengesehen. Diese "Computer für den Computer" sind pogrammierbare Systeme für die Hardwaremessung bei Großsystemen, die als Herz über einen Minicomputer mit bis zu 8 K (Modell MS 38) verfügen, und auf Magnetplatten Meßdaten über die Auslastung von Systemkomponenten speichern. Auswertungen sind Berichte für die Verbesserungen des Turn-Around, für System-Umkonfigurationen und für das Programm-Tuning.

Ebenfalls für Großsystem-Anwender Interessant dürfte der Magnetband-Massenspeicher der Grumman-Corp. auf dem US-Gemeinschaftsstand sein -, ein Magnetband-Montier-Roboter, der bis zu 2000 Bänder "quasi-online" verwaltet. Hierbei handelt es sich um einen Vorläufer der neuen Massenspeicher vom Typ IBM 3850, der bereits in den USA vielfach eingesetzt wird. Ebenfalls zeigt Grumman eine Steuereinheit, die den Anschluß von IBM-Druckern der Serie 1403 an jedwedes Computersystem ermöglicht.

Hierzulande wenig bekannt ist auch noch die Harris-Corporation, die ebenfalls in den USA auf dem Midi-Markt viel von sich reden macht. Soeben wurde ein neues Mini-Maxi-System SLASH 7 angekündigt. In München wird ein Modell 4 der SLASH-Familie gezeigt, das mit bis zu 768 KB ausgestattet weinen kann und mit dem Virtual-Memory-System (einem von 4 Betriebssystemen) Timesharing, Multi-Batch- und Realtime-Verarbeitung erlaubt.

Harris wird hierzulande von der Firma Techmation vertreten, auf deren Stand auch ein wahrhafter Exote zu sehen sein wird. Überhaupt erstmals auf einer deutschen Messe wird ein CSPI-Feldrechner für Parallel Array Processing gezeigt, der MAP 300 Peripherieprozessor. Dieses ultraschnelle System, das bei Spezialaufgaben den Host-Rechner entlasten soll, fährt zum Beispiel eine Standard-32-Bit-Floating-Point-MULTIPLIKATION-ADDITION in nur 210 Nano-Sekunden durch und arbeitet selbst bei komplexen Fourier-Transformationen im Millisekundenbereich.

Weiterer Ausblick in die Zukunft: Auf dem BASF-Stand wird neben der bekannten Mixed-Hardware-Peripherie als Messenüller ein DOT-Blasenspeicher (Domain Tip Propagation Storage Device) in Aktion gezeigt. Der System-Besucher, der vielleicht weniger wegen seiner Alltagssorgen sondern aus Freude am technisch Möglichen auf der Systems neue Eindrücke sammeln will, wird auf seine Kosten kommen.

Auch in kommender Technologie, aber eher schon für den Praxis-Einsatz relevant, könnte das erstmals in der BRD gezeigte Ramtek-Terminal-System FS 2000 für grafische Datenverarbeitung mit Farben sein, das für industrielle Prozeßüberwachung die Wiedergabe von 60 Bildern pro Sekunde auf Standard-Farbfernsehern in 14 Farben ermöglicht.

Spiegel-Leser werden sich an den jüngst veröffentlichten Spiegel-Artikel "Heiße Produkte" erinnern und den dort als beispielhaft für die Leistung moderner Mikrocomputer erwähnten Prozessor LSI-11 von Digital Equipment auf dem DEC-Stand in Augenschein nehmen können. DEC zeigt zudem die auf PDP-Rechnern basierenden Systeme für kommerzielle Anwendungen DDS 310 und 350, die in der bisher eher friedlichen MDT-Landschaft erheblichen Flurschaden anrichten sollen.

Mit gleicher Marketing-Vorgabe kam auch das brandneue Data General-System Nova 3 auf den Markt. das, obwohl gerade angekündigt, bereits in München ausgestellt wird - kein Wunder, derartige Systeme können selbst in der Economy Class als Reisegepäck mitgeführt werden.

Dergleichen gibt es aber auch aus europäischen Landen, wenngleich nicht mehr mit dem Unidata-Schild: Philips zeigt erstmals in Deutschland die neue Kompakt-Mini-Familie 856/857, mit 8 bis 32 K auszustatten, und in Basic und Fortran programmierbar.

Den eigentlichen Mini- und MDT-Systemen erwächst neuerdings zunehmend Konkurrenz durch aufgebohrte Terminals, deren frei programmierbare Hauptspeicher die Datenstationen zu interessanten Stand-Alone-Systemen machen. Singer zeigt erstmals den soeben angekündigten "Floppy-Killer", Singer 1501-40, der von der Cogar Corp. entwickelt wurde, um - mit Platte ausgestattet - den zahlreichen Stand-Aloneund Terminal-Systemen mit Floppy Disks den Garaus zu machen. George Cogar war immer schon kein Freund der Floppy-Scheibe, und rät den Anwendern auf "Nummer Sicherb" zu gehen und die Pllatte zu wählen, zumal das Singer-Platten -Terminal preislich mithalten kann.

Mikrofilm-Massenspeicher

Erstmals auf einer deutschen Messe werden auch zwei Massenspeicher-Mikrofilm-Retrieval-Systeme der Firmen Synelec und System Service gezeigt, die durch Mikiroprozessorsteuerungen für den Direktzugriff aus großen Mikrofilmtrommel-Magazinen ganze Seiten auf Bildschirmen anzeigen.

Soweit das, was vorher bekannt wurde. Für viele wohl genug für den Entschluß, daß sich ein Systeins-Besuch lohnen dürfte.