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06.07.2007

Koalitionsfraktionen fordern Wahrung der Balance bei EADS

BERLIN (Dow Jones)--Die Koalitionsfraktionen haben die Bundesregierung aufgefordert, das deutsch-französische Gleichgewicht beim Europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zu wahren. Das Management des Unternehmens müsse aufgefordert werden, "die Sanierungspläne für den Konzern zügig zu konkretisieren", verlangten CDU/CSU und SPD in einem Antrag laut Bundestags-Pressedienst "heute im bundestag" vom Freitag. Dabei solle das Management eng mit den Betriebsräten zusammenarbeiten.

BERLIN (Dow Jones)--Die Koalitionsfraktionen haben die Bundesregierung aufgefordert, das deutsch-französische Gleichgewicht beim Europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zu wahren. Das Management des Unternehmens müsse aufgefordert werden, "die Sanierungspläne für den Konzern zügig zu konkretisieren", verlangten CDU/CSU und SPD in einem Antrag laut Bundestags-Pressedienst "heute im bundestag" vom Freitag. Dabei solle das Management eng mit den Betriebsräten zusammenarbeiten.

Vor allem sollten die hoch qualifizierten Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben, forderten die Koalitionsfraktionen. Die Wahrung des deutsch-französischen Verhältnisses im Konzern bleibe dabei "auch für die Zukunft eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg des Unternehmens".

Bei der Suche nach Investoren und industriellen Partnern sollten nach Ansicht der Fraktionen Interessenten gefunden werden, die zu einer Stärkung der deutschen mittelständischen Werkstoff- und Ausrüsterindustrie führen. Deutsche Standorte und Zulieferunternehmen sollten bei der Entwicklung und Produktion entsprechend der bisherigen Arbeitsteilung berücksichtigt werden, wenn die Arbeitsanteile neuer Airbus-Produkte verteilt werden.

Die Koalitionsfraktionen konstatierten, die Auslieferungsverzögerung beim Airbus A 380, höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung und Zusatzkosten für die neue Konzeption des A 350 sowie "Fehlentscheidungen durch das Management und Unstimmigkeiten zwischen der deutschen und französischen Kapitaleignerseite" hätten die Stellung der europäischen Luftfahrtindustrie geschwächt. Die Großunternehmen der Branche reduzierten die Zahl ihrer Zulieferer. Die schwierige Situation biete der deutschen Ausrüster- und Werkstoffindustrie jedoch auch die Chance, sich strukturell neu zu ordnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen am 16. Juli bei einem Treffen in Toulouse über das Thema EADS sprechen. Die französische Zeitung "Les Echos" hatte in ihrer Dienstagausgabe geschrieben, Frankreich und Deutschland näherten sich wegen der umstrittenen EADS-Doppelspitze einer Einigung an, und der französische Co-CEO Louis Gallois solle alleiniger CEO des Konzerns werden. Sein deutscher Gegenpart Tom Enders hatte den Bericht aber noch am selben Tag heruntergespielt und klar gemacht, dass er im Amt bleiben will.

Vergangene Woche hatten sich Merkel und der neue französische Ministerpräsident Francois Fillon nach einem Treffen in Berlin für "effizientere Strukturen" bei EADS ausgesprochen und gleichzeitig Fragen der Kapitalstruktur eine geringere Bedeutung zugemessen. Fillon hatte gefordert, man müsse für EADS "die besten Manager auswählen, wenn sie Deutsche sind, sind sie Deutsche, und wenn sie Franzosen sind, dann sind sie eben Franzosen".

-Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4118,

andreas.kissler@dowjones.com

DJG/ank/jhe

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