Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Microsoft, IBM und HP sind aus dem Schneider

Kodak will Milliarde Dollar von Sun

08.10.2004
MÜNCHEN (CW) - Nachdem ein US-amerikanisches Bundesgericht Ende vergangener Woche in einem Patentprozess zugunsten von Kodak entschieden hat, fordert der Fotokonzern nun 1,06 Milliarden Dollar Schadenersatz von Sun Microsystems. In dem Verfahren ging es um drei Patente, die Kodak von Wang Laboratories erworben hatte. Gegen diese soll Sun mit Java verstoßen haben.

Die Patente beschreiben die Integration von Daten zwischen Objekt-Managern, zwischen Daten-Managern sowie die Verknüpfung verschiedener Programme, die unterschiedliche Arten von Daten manipulieren.

Das Urteil ist einmal mehr Wasser auf die Mühlen der Gegner von Softwarepatenten. Kritiker hatten zuvor schon beklagt, keines der Wang-Patente hätte je erteilt werden dürfen, da sie eine der Grundlagen moderner Datenverarbeitung abdeckten.

Angesichts der im "Rochester Democrat and Chronicle" Ende letzter Woche publizierten Entscheidung schrieb Pamela Jones, Betreiberin des Technikrecht-Portals Groklaw: "Softwarepatente werden die Industrie in den USA zerstören. Der Rest der Welt wird die US-Firmen abhängen, die mit der Patent-Fußfessel an ihren Knöcheln nicht laufen können." Man solle seine Software bitteschön durch Copyright und Geschäftsgeheimnis schützen, so Jones weiter. Patente aber hielten den Fortschritt unweigerlich auf.

Anfang dieser Woche vermuteten Beobachter und Analysten zunächst weitreichende Folgen für die gesamte IT-Branche. Diese sind aber offenbar nicht zu erwarten. Denn viele andere Branchenschwergewichte, darunter Microsoft, IBM und Hewlett-Packard (HP), haben die von Kodak eingeklagte Technik für die Interaktion zwischen Applikationen in Lizenz genommen.

Sun wiederum vertritt die Ansicht, Java verstoße nicht gegen die von Kodak zusammen mit Wangs Imaging-Sparte im Jahr 1997 für 260 Millionen Dollar erworbenen Patente, und hält diese für grundsätzlich unwirksam. Das Unternehmen kündigte für die weitere Verhandlung eine "energische" Verteidigung an. Der Prozess soll am Donnerstag dieser Woche weitergehen. (tc)