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22.08.2003 - 

Kolumne

"König ohne Land"

Christoph Witte Chefredakteur CW

"Geld allein macht nicht glücklich!" Diese Binsenweisheit akzeptiert fast jeder Zeitgenosse, allerdings auch den Nachsatz "... aber es erleichtert vieles". Übertragen auf die Hoheit über die IT-Budgets, könnte das bedeuten, dass CIOs mit Entscheidungsgewalt über IT-Investitionen zwar nicht glücklicher sind als jene Kollegen ohne Kasse, aber höchstwahrscheinlich werden sie ernster genommen.

Noch so ein Spruch: Wer zahlt, schafft an! Standardisierte IT-Umgebungen lassen sich unternehmensweit viel leichter durchsetzen, wenn für Equipment, das aus der Norm fällt, nicht mehr die IT, sondern die Fachabteilung zahlen muss. Das Gleiche gilt für Konsolidierungs- oder Homogenisierungsprojekte. Natürlich entscheidet der CIO mit Budget solche Dinge nicht allein. Natürlich muss er den Anforderungen von Unternehmensleitung und Fachabteilung möglichst effizient gerecht werden. Aber mit eigener Kasse kann er das zu seinen Rahmenbedingungen tun.

Trotz der unbestreitbaren Vorteile eines CIO mit Geld will Gartner einen Trend zum so genannten Zero-Budget-CIO ausgemacht haben (siehe Seite 24: "Nicht ohne mein Budget"). In zehn Jahren, so die IT-Ratgeber, verfüge die Mehrheit der IT-Chefs über kein eigenes Budget mehr. Vielmehr würden sie zu so etwas wie Botschaftern in Sachen IT. Allein durch die Kraft ihrer Argumente - und ein wenig Vorstandsunterstützung - müssen sie Unternehmensteile, Töchter und Fachabteilungen überzeugen, in bestimmte Technologien und Applikationen zu investieren, ohne dabei die unternehmensweiten Standards außer Acht zu lassen. Sinn dieser Übung scheint es, Ausgaben um der Technologie willen zu vermeiden und die Fachbereiche für ihre IT-Investitionen selbst in die Verantwortung zu nehmen, um so die IT-Ausgaben niedrig zu halten.

Doch die an sich richtige Überlegung, die Business-Seite in die Entscheidungsposition zu heben, hat einen gravierenden Nachteil. Vor allem in Zeiten knapper Kassen dürften es die zu IT-Botschaftern mutierten CIOs schwer haben, das Linien-Management von zusätzlichen IT-Ausgaben zu überzeugen.

Das Budget zwischen CIO und Business-Manager zu teilen könnte ein Weg sein, der das Infrastruktur-Dilemma umgeht: Die oberste IT-Funktion in einem Unternehmen entscheidet über die Infrastruktur und verfügt dafür über einen Topf. Applikationen sind hingegen das Bier der Fachabteilungen. Hier kann der CIO beraten, Synergien anbieten und auf die Einhaltung von Standards achten, aber die Abteilungen zahlen dafür, weil sie schließlich auch die Vorteile der Ausgaben genießen dürfen. So käme die IT ein Stück aus der Kostenfalle und würde nicht mehr für Missstände verantwortlich gemacht - wie die Automatisierung suboptimaler Prozesse -, die sie nicht produziert hat.