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Minister-Marsch durch CeBIT:

Können Telekopierer die Post sanieren?

25.04.1975

HANNOVER - Die zunehmenden Möglichkeiten für Kleinbetriebe, sich ebenfalls der EDV zu bedienen, und der Fernkopierer von Olympia haben Bundessvirtschaftsminister Friderichs beim CeBIT-Rundgang am meisten beeindruckt. "Wenn sich das durchsetzt, daß Kopien zum Nachttarif übermittelt werden, kann das für die Post sehr wichtig sein. Die muß ihr riesiges Leitungsnetz doch besser ausnutze", meinte Friderichs.

Start für den Minister-Marsch im CeBIT war bei IBM, wo Walter Bösenberg einen neuen Drucker und das System 32 vorstellte - es war Wunsch der Messegesellschaft gewesen, daß Friderichs dort Shake-hands machte. Am längsten verweilte der Minister bei Siemens, wo Dr. Günter die Unidata 7750 zeigte; Teilentwicklungen dafür waren von der Bundesregierung gefördert worden. "Der Minister wollte wissen wie die Unidata funktioniert. Wir konnten ihm die 7750 in Funktion zeigen - er war angetan", meinte Dr. Günter.

Als Erfolg wertet man den Friderichs-Besuch bei Olympia: der neue Telekopierer DEX 4100, der dem Minister imponierte, ist ein vollautomatisches Sende- und Empfangsgerät, das in einer Dokumentenkassette bis zu 100 Originale aufnehmen kann. Die Originale können automatisch zugeführt und gesendet werden - da keine Bedienung erforderlich ist, kann man ohne Schwierigkeit den Nachttarif ausnutzen.

Besonderheit des Olympia-Verfahrens, das auch beim einfacheren Modell DEX 581 angewendet wird: der Kopierer arbeitet sowohl mit Amplituden als auch mit Frequenzmodulation und kann deswegen nicht nur mit anderen Olympia-Kopierern, sondern auch mit bereits installierten Telekopierern fremder Herkunft, beispielsweise Rank-Xerox-Geräten, zusammenarbeiten. Damit ist das bisher wichtigste Hemmnis beim Kopierverkehr über Telefonleitung beseitigt -die Inkompatibilität verschiedener Systeme.

Außer dem Thema Post kam bei Olympia auch das Thema Gastarbeiter ins Gespräch: Friderichs besichtigte die Kleinschreibmaschine "Traveller", die jetzt in Jugoslawien gebaut wird, und versprach, sich demnächst die Produktionsstätte anzusehen. "Wir haben schon mehrere tausend jugoslawische Mitarbeiter und wollen nicht noch mehr hereinholen-deswegen haben wir die Produktion verlegt. In Jugoslawien wird nach unseren deutschen Qualitätsmaßstäben gefertigt", meinte Olympia-Direktor Eilers. "Wir sind mit der Qualität zufrieden."

Triumph-Adler holte sich erneut- wie schon im Vorjahr - vom Minister ein Kompliment für die Gesamtpräsentation eines Sortiments, das vom elektronischen Taschenrechner Lady bis zum Kleincomputer und der Textverarbeitungsanlage reicht. Als Andenken bekam der Minister einen Apfel, nachdem er den TA-Leuten vorgemacht hatte, wie man 14 +14+ 14+14 so zusammenzählt, daß 20 herauskommt. "Ich hoffe, Ihre Rechner arbeiten nicht so", meinte er zum Abschied.

"Wir Deutschen sind immer dann zu etwas gekommen, wenn wir brain verkauft, haben", sagte Diehl-Chef Dr. Fischer zum Minister und erläuterte ihm, daß man sich von jedem Wiederverkaufsgeschäft beispielsweise mit japanischen Produkten getrennt habe. Er stellte außerdem die Firmenneugliederung nach Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der CIM vor. Diehl hat in den drei Monaten seit der Übernahme 30 Leute für die Abteilung kommerzielle Datentechnik (sie verkauft die jetzt Diehl CIM 70 heißenden Anlagen) eingestellt und "sucht noch mindestens 30 weitere".