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05.12.1975 - 

IBM-Wissenschaftler Dr. A. Blaser über die Datenbank-Zukunft

"Koexistenz der DB-Modelle ist möglich"

JÜLICH - "Bei den Datenbanken geht der Trend zu einer Koexistenz der Datenmodelle, zu einer Integration der DB-Systeme in die Betriebssysteme, zur Erstellung von Datenverzeichnissen und zur verstärkten parametrischen Benutzung", erklärte Dr. A. Blaser vom wissenschaftlichen Zentrum der IBM in Heidelberg beim letzten Treffen der German Chapter der Association of Computer Machinery (ACM) in Jülich.

Eine Koexistenz sieht Blaser, der eine Übersicht über den Stand der Datenbankforschung gab, vor allem für das Graphen- oder Binär-Relationen-Modell (beispielsweise im IBM-Datenbanksystem IMS 11) und das Codd'sche "Relationen-Modell". Codd's Modell im IBM-Therchim im Projekt "R" in San José erforscht - biete zwar benutzerfreundliche Tabellendarstellung und erlaube die Verwendung der Mengenalgebra, könne aber nicht alle in der Realität vorkommenden Strukturen darstellen und sei stark von einschränkenden Bedingungen abhängig. Es habe der Forschung jedoch einen

wesentlichen Impuls gegeben. Eine Information, die sich im Graphenmodell darstellen läßt, kann nach Blaser grundsätzlich auch im Relationen-Modell dargestellt werden und umgekehrt - eine einfache Konversion sei meistens möglich.

Die Entscheidung für das eine oder andere System sei keine grundsätzlichwissenschaftliche Frage, sondern eine Entscheidung, die entsprechend der vorgesehenen Anwendung und der dafür gewünschten Bequemlichkeit zu fällen sei.

Die wichtigsten Aufgaben

Als wichtigste Forschungsaufgaben auf dem DB-Sektor bezeichnete Blaser - "meine Ansichten sind natürlich etwas IBM-gefärbt" - folgende Punkte:

- Verbesserung der Effizienz: "Die Forschung hat lange Zeit nicht erkannt, daß die CPU einen Engpaß bei DB-Anwendungen darstellt."

- Klärung der mit Datenintegrität, Datenunabhängigkeit und Fehlergesundung zusammenhängenden Fragen.

- Erleichterung der gleichzeitigen Benutzung einer Datenbank durch mehrere Teilnehmer, vor allem bei Rechnernetzen und mehreren: Datenbanken.

- Schaffung von Entwurfs-Hilfsmitteln vor allem für den Datenbankadministrator.

- Ermöglichen einer Dätenreorganisation parallel zum Alltagsbetrieb ohne längere Stillstandszeiten,

Interessante Ergebnisse beispielsweise in Bezug auf Datenmanipulationssprachen verspricht sich Blaser von weiteren Forschungen der experimentellen Psychologen. -py