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13.01.1995

Koexistenz von Unix- und Grossrechnerwelt angestrebt Galileo bricht mit einseitiger Ausrichtung auf den Mainframe

FRAMINGHAM (IDG) - Bei Galileo International, Betreiber eines der groessten Reservierungssysteme fuer Fluggesellschaften, Autoverleiher und Hotelketten, wackelt die Mainframe-Bastion. Das von elf amerikanischen und europaeischen Fluggesellschaften gegruendete Konsortium plant, einen Teil seiner Anwendungen auf High-end-Unix- Systeme zu portieren. Auf diese Weise soll der Aufwand fuer die Software-Entwicklung reduziert werden.

Noch in diesem Quartal will Galileo die Tore seines Grossrechenzentrums in Englewood, Colorado, fuer zunaechst ein Unix- System oeffnen. Der Betreiber von insgesamt 23 Mainframes plant, seine Anwendung zur Registration von Flugpassagieren auf ein symmetrisches Multiprozessor-System (SMP) unter Unix zu uebertragen. Diese Anwendung wurde als Versuchsobjekt gewaehlt, weil sie einen vergleichsweise geringen Ressourcenbedarf hat und zudem nicht als wettbewerbsrelevant gilt.

Bisher lief das Programm auf einem MVS-Mainframe mit dem Datenbanksystem CA-IDMS von Computer Associates. Kuenftig wird die in der Sprache C neu geschriebene Applikation auf dem Unix-Rechner eines bisher nicht genannten Herstellers mit dem Datenbanksystem von Oracle und dem Transaktionsmonitor Tuxedo von Novell laufen.

Transaktionen fuer 33000 Reisebueros

Bei taeglich mehr als 66 Millionen Transaktionen fuer weltweit 33 000 Reisebueros denkt Galileo keineswegs daran, seine Grossrechnerwelt komplett abzuloesen. Im Gegenteil, erst vor kurzem wurde ein mehrjaehriges Projekt abgeschlossen, in dessen Mittelpunkt das Upgrade des Kern-Reservierungssystems auf das neueste Release des IBM-Betriebssystems Transaction Processing Facility (TPF) stand. Das System laeuft auf insgesamt 19 Grossrechnern im US-Rechenzentrum. Bis auf weiteres sollen die Reservierungsfunktionen auf den Mainframes bleiben, zumal man bei Galileo den Unix-Maschinen keine Transaktionsverarbeitungs- Workloads in dieser Groessenordnung zutraut.

Gleichwohl will Galileo nach und nach einzelne Grossanwendungen in die Unix-Welt uebertragen. Binnen zwei Jahren, so schaetzen die Verantwortlichen, wird beispielsweise die Anwendung fuer die Produktion von Reisetickets neu geschrieben und in die Unix-Welt verlagert. Ebenfalls zur Disposition stehen Programme fuer die Flugpreisberechnung sowie ein System zur Anpassung von Flugplaenen.

Die Unix-Systeme sollen komplementaer zu den TPF-Anwendungen eingefuehrt werden. Man moechte eine IT-Architektur aufbauen, in der Mainframe- und Unix-Welt koexistieren. Bisher besass Galileo nur wenige Unix-Rechner - isolierte Plattformen, die fuer begrenzte System- und Netzwerk-Management-Aufgaben benoetigt wurden. Dagegen sollen die neuen SMP-Maschinen explizit als Mainframe-Aequivalent genutzt werden. Einsparungen im Hardware- und Softwarebereich sind nur das sekundaere Ziel des Unix-Engagements; Galileos eigentliches Interesse ist es, den Zeitaufwand fuer die Anwendungsentwicklung zu reduzieren beziehungsweise die Produktivitaet der Entwickler um 30 bis 50 Prozent zu erhoehen. Auch duerften die Entwicklungskosten sinken, zumal unter Unix eine Vielzahl von Programmierwerkzeugen zur Verfuegung steht. Da das Reservierungsunternehmen die neueste TPF-Version 4.1 einsetzt, hat sich das Unternehmen die Integration von Unix-Systemen in die Mainframe-Welt leichter gemacht. Das Betriebssystem von Big Blue unterstuetzt die Programmiersprachen C und C++, so dass vorhandene Assembler-Programme sowohl fuer die Mainframe- als auch fuer die Unix-Welt neu geschrieben werden koennen.