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07.07.1989 - 

Startschuß für die 4-Megabit-Chip-Fertigung:

Kohl setzt Big Blues Halbleiter in Szene

STUTTGART (CW) - Selbst den Kanzler hatte Big Blue ins Lände gelockt, um zur Eröffnung der ersten 4-Megabit-Chip-Fabrik auf europäischem Boden die passenden Worte zu finden. Helmut Kohl beschwor dann auch den "uneingeschränkten Marktzugang für alle Chip-Anwender" - der Marktriese aus den USA will freilich nur die eigenen Systeme mit dem neuen Spelcherchip ausrüsten.

Entwickelt wurde die neue Technik indes nicht in Europa, sondern im Labor des Sindelfinger Schwesterwerks in Burlington/USA. Dort geht der 4-Megabit-Chip jetzt ebenfalls in Produktion. Später sollen auch die japanischen IBM-Kollegen die neuen Speicherchips bauen.

Für die Produktion des 4-Megabit-Chip verwendet Big Blue erstmalig einer weiterentwickelten CMOS (Complementary Metal Oxide Semiconductor)-Technik. Dahinter verbergen sich platzsparende, in die dritte Dimension gehende "Graben"-Strukturen, die als Speicherkondensatoren dienen, sowie eine verbesserte Verdrahtungstechnik auf dem Chip. Darüber hinaus haben die IBM-Entwickler auch die Silizium-Scheibe (Wafer) von 125 Millimeter auf einen 200-Millimeter-Durchmesser vergrößert. Damit werden nicht mehr wie bisher rund 100 Chips in einem Durchgang gefertigt, sondern ungefähr 300.

Die Gesamtinvestitionen in die 4-Megabit-Fertigung im Sindelfinger Werk - übrigens die älteste IBM-Produktionsstätte in Deutschland - belaufen sich auf rund eine halbe Milliarde Mark. Davon entfallen etwa 400 Millionen Mark auf die neuen Fertigungsanlagen, auf die Gebäudeeinrichtung wie die Installation von Reinräumen ungefähr 100 Millionen Mark. Für den Umweltschutz kam Big Blue mit 28 Millionen Mark aus. An der Fertigung des neuen Chips sind derzeit etwa 200 Mitarbeiter beteiligt. Demnächst sollen es 600 Leute sein. Parallel zur 4-Megabit-Chip-Produktion wird auch noch der 1-Megabit-Chip gebaut. Die Produktion dieser Chip-Linie soll auf jeden Fall noch ein bis zwei Jahre fortgeführt werden.