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11.11.1977

Kollege Computer errechnet die Stundenpläne

STUTTGART (hz) - Für etwa 80 Schulen in Baden-Württemberg hat "Kollege Computer" den Stundenplan für das neue Schuljahr erstellt. Wie das Kultusministerium in Stuttgart mitteilte, wurden die "Fahrpläne für Schüler" in den regionalen Rechenzentren in Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Reutlingen und Ulm sowie beim Rechenzentrum der Stadt Stuttgart errechnet. Das eingesetzte Untis-Verfahren stellte die Datenzentrale Baden-Württemberg zur Verfügung.

Das Kultusministerium berichtet über die bisherigen Erfahrungen mit dem Computereinsatz bei der Stundenplanerstellung, daß ab einer bestimmten Schulgröße (etwa 30 Klassen) das in sechs Jahren ausgeklügelte EDV-Verfahren Untis ein "vorzügliches Instrument zur termingerechten und kostengünstig optimalen Abstimmung von Klassen, Lehrer- und Raumpotential" sei. Bei kleineren, überschaubareren Schulen komme der Computer dagegen erst an zweiter Stelle, da hier die Kenntnis der schulspezifischen Details für die Qualität des Stundenplans ausschlaggebend sind. Auch bei den beruflichen Schulen, deren Unterrichtsrhythmus und Klassenform von der an allgemeinbildenden Schulen üblichen Norm abweicht, bedarf der Stundenplan zur "Alltagstauglichkeit" meist noch der nachträglichen "Stundenplankosmetik". Bei einem Modellversuch am beruflichen Schulungszentrum Biberach wird jedoch die Anpassung des Verfahrens an die besonderen

Anforderungen dieser Schulart bereits vorbereitet. Probleme bringt auch die Einführung der Oberstufenreform an den Gymnasien durch die Vielzahl der angebotenen Kurse mit sich: Dafür wurde jetzt ein sogenanntes CURS-Verfahren entwickelt, das der eigentlichen Stundenplanerstellung vorgeschaltet wird. Ein Test bei einer Reihe von Schulen wird derzeit ausgewertet: Wenn er positiv ausfällt, wird die Datenzentrale Baden-Württemberg 1978 auch dieses Verfahren anbieten. Insgesamt sollen 1978 die regionalen Rechenzentren Karlsruhe und Mittlerer Neckar in die Anwendungsorganisation und die Anwendung der gesamten Leistungspalette des Verfahrens mit einbezogen werden.

Die Stundenplanerstellung beginnt damit, daß Eingabeausdrucke ausgefüllt werden, die auf Lochkarten maschinenlesbar erfaßt und vom Computer durch das eingelesene Untisprogramm zusammengeführt werden. Jede aus dem Eingabepuzzle zusammengefügte "Unterrichtseinheit" wird etwa zwanzigmal verschoben, bis sie innerhalb des Gesamtgefüges den optimalen Platz gefunden hat. Dabei kann durch die Angabe organisatorischer und pädagogischer Bedingungen eine bestimmte Ausrichtung des Stundenplans erzielt werden. Durch Optimierungsläufe kann der maschinelle Stundenplan korrigiert werden. Das Rüstzeug für die Anwendung wird den Lehrern in eintägigen Seminaren und mit Hilfe eines Handbuchs vermittelt. Der Computerstundenplan kostet pro Schule zwischen 500 und 1000 Mark.