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13.08.1993

KOLUMNE

Die IBM hat offensichtlich die Zahl der Mitarbeiter unterschaetzt, die bereit waren, ihren Job gegen eine Abfindung aufzugeben, meint das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Business Week". Und nicht immer haetten sich diejenigen fuer den Scheck entschieden, von denen man sich ohnehin habe trennen wollen. Der Cartoonist der CW- Schwesterpublikation "COMPUTERWORLD" laesst offen, ob auf dem Downsizing-Stoppelfeld IBM die Halme bald wieder schneller wachsen und profitschwere Aehren tragen (siehe Seite 8). Fuer die Analysten von Standard & Poors zaehlt dagegen nur, welche Verbindlichkeiten der IBM durch den Personalabbau entstehen und wie sich das auf den Cash-flow auswirkt. Ergebnis: Runter mit den Ratings.

Rauf mit den Erwartungen. Was der neue IBM-Boss Louis Gerstner sich nicht alles an Ratschlaegen gefallen lassen muss. Igitt, nur keine Vision! Aber eine Strategie moecht schon sein. Besser: pro strategisches IBM-Produkt eine. Wohin die Reise geht? Doch mit dieser Frage will sich Gerstner Zeit lassen: Erst einmal wird strukturiert und organisiert - auf jeden Fall: re!

Standard & Poors mag fuer Anleger ein Massstab sein, die Anwender interessiert mehr, auf welche IBM sie sich einzustellen haben. Die Produktpolitik muss verlaesslich sein. Diese Mahnung sollte Gerstner ernst nehmen. Kein DV-Manager eines mittleren oder grossen Anwenderunternehmens hat dazu aufgefordert, die Aufteilung der IBM voranzutreiben. Bei PCs, Druckern und Speicherprodukten funktioniert das, und Big Blue kann dort auch auf erste Erfolge der Spinoffs Ambra, Lexmark und Adstar verweisen.

Was dagegen die Vielzahl der Dienste betrifft, die DV/Org.- Abteilungen in Unternehmen bereitstellen muessen, war die Komplettheit und Verzahntheit des IBM-Angebots das gewichtigste Argument der Big-Blue-Kunden. Man sieht den Pferdefuss: Dieser Vorzug kennzeichnet uneingeschraenkt jeweils nur die 370- oder die Schraegstrich-Welt - nicht jedoch beide Welten zusammen. Die gegenwaertige Situation laesst es nicht zu, von einer IBM zu sprechen, die sich mehrere Strategien leisten kann.

Dabei ist es nicht so sehr von Belang, dass sowohl die Mainframe- als auch die AS/400-Geschaefte ruecklaeufig sind. Die IBM hat daran zu knacken, dass 370-Anwender andere Fragen stellen als AS/400- Kunden - und dass sie jeweils andere Antworten erwarten. Wer immer das Problem angeht, hat von zwei sich ausschliessenden Moeglichkeiten auszugehen: eine IBM mehr (die unabhaengige Firma BD & Schraegstrich!) oder ein proprietaeres Betriebssystem weniger. Das kann eigentlich nur OS/400 heissen.