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31.03.1995

Kolumne Ablaeufe in Beton gegossen Dieter Eckbauer

31.03.1995

Leider haben viele, besonders Dienstleistungsunternehmen grosse Schwierigkeiten bei der Umgestaltung ihrer Geschaeftsprozesse, weil die Ablaeufe in Beton gegossen sind, in die Anwendungssoftware fuer die klassische Master-Slave-Architektur." In seinem Gastkommentar in der CW Nr. 9 vom 3. Maerz 1995 unter dem Titel "Vernuenftige Rationalisierung bedeutet Aktivieren statt Amputieren" weist Juergen Fuchs, Generalbevollmaechtigter der Ploenzke AG, Kiedrich, auf etwas Aufregendes hin, das indes erst wenigen unter die Haut geht: Informations- und Kommunikationstechnik kann dabei helfen, Menschen in den Unternehmen vernuenftiger und kompetenter zu machen.

Fuchs kann nicht vorbringen - und dessen ist er sich bewusst -, die Dinge seien bereits in Bewegung geraten. Es gibt Ansaetze. Den notwendigen Zusammenhang zwischen Informatikeinsatz und Personalentwicklung sehen Leute, fuer die Master-Slave nicht nur eine Mainframe-zentrierte Systemarchitektur bezeichnet, sondern das elektronische Abbild eines tayloristischen Modells, das fuer die Aufgaben der Zukunft keine Antworten mehr liefern kann. Gefragt sind andere Denkmuster fuer unternehmerisches Handeln. Client-Server - als Konzept, nicht im engeren Sinne als Technik - faengt im Kopf an.

Doch wieviel verstehen Vorstaende und Topmanager vom Thema "modulare Anwendungssoftware"? Koennen sie die Moeglichkeiten moderner Informationstechnik als Mittel zur Organisations- und Personalentwicklung richtig ermessen? Wissen sie, was aktiver IT- Einsatz ihrem Unternehmen bringt? Eindeutige Antworten gibt es nicht; aber wenn diese Fragen von den Betroffenen ueberhaupt gestellt werden, kommen sie der Loesung des Problems einen Schritt naeher: Nur wenn die Anforderungen klar definiert und die kritischen Erfolgsfaktoren bekannt sind, kann auch die richtige IT-Unterstuetzung ausgewaehlt werden. Keine triviale Sache - das wollte Fuchs ausdruecken.

Das ist natuerlich ein CW-Thema - auch oder gerade vor dem Hintergrund der aktuellen SAP-Diskussion, in der es im Kern nicht um Standortfragen (deutscher DV-Star, Kritiker als Nestbeschmutzer!) oder vermeintlich unsaubere Geschaeftspraktiken geht. Wie schaetzen die SAP-Verantwortlichen den Wissensstand der Anwender ein? Koennen sie der interessierten Oeffentlichkeit weitere Informationen ueber das schwierige Thema "Neue Management-, Organisations- und Mitarbeitermodelle" zumuten, vermitteln, was Informationstechnik zu einem kontrollierten Wandel in Richtung Kundenorientierung beitragen kann? Und koennen sie hoffen, verstanden zu werden?

Die Reaktionen aus Walldorf auf oeffentliche Kritik lassen eher das Gegenteil vermuten. Jetzt raecht es sich, dass Information der Medien in Sachen SAP immer nur in einer Oberflaechenbeschreibung ohne tieferes Verstaendnis der Ursachen und Zusammenhaenge bestand - in sonnigen Zeiten eine willkommene Hilfe, unberechenbar, wenn - aus welchen Gruenden auch immer - die Wetterlage umschlaegt. Am Kenntnisstand der Beobachter hat sich ja (noch!) nichts geaendert. Aber kann SAP daran gelegen sein?

AU Eckbauer, Dieter