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27.09.1996

Kolumne/"Ausstrebende Spezies"

Die Marktforschung ist eine schwierige Disziplin. So schwierig, daß es sich gerade in der Datenverarbeitung manche Analysten ein wenig leichter machen - schließlich wollen Termine eingehalten, Auftragsstudien rechtzeitig angefertigt werden. Die Kunden haben sich daran gewöhnt. Falsche Prognosen über den PC-Markt werden ebenso geschluckt wie widersprüchliche Aussagen über die Zukunft des Network Computers (NC) oder vorzeitige Nachrufe auf so bedeutende Unternehmen wie SAP oder Novell.

Mit dem Gleichmut der IT-Anwender könnte es jedoch bald vorbei sein, denn jetzt teilt uns ein bedeutendes Marktforschungsunternehmen in einer Presseinformation ein wenig reißerisch mit: Der "IT-Direktor" - bekannt auch als IS-Manager, Chief Information Officer (CIO) oder DV-Leiter - ist eine aussterbende Art. Diese Profession wird es in 20 Jahren (!) nicht mehr geben.

Besorgt ordern wir die komplette Studie und lesen zu unserer Erleichterung, die Position des IT-Chefs habe lediglich "in ihrer bisherigen Form" keinen Bestand. Neue Kommunikationstechnologien und der anhaltende Outsourcing-Trend sorgen demnach dafür, daß er weniger als Beschaffer und Verwalter der IT-Infrastruktur gefragt sein wird. Seine Rolle ist künftig die des Strategen, der das Kerngeschäft seines Unternehmens mit neuester Informationstechnik voranbringt. Dabei spielen - Überraschung! - Internet und Intranet eine entscheidende Rolle.

Kommt Ihnen bekannt vor? Falls nicht: Für gut 2000 Mark ist die Studie zu haben. Als Zugabe noch ein paar Kostproben aus dem Potpourri der Banalitäten:

- IT-Chefs müssen in Zukunft sowohl über die eigenen Geschäftsprozesse Bescheid wissen als auch über die Industrie sowie deren neueste Entwicklungen.

- Durch den Outsourcing-Trend

gerät das interne IT-Management zunehmend unter Druck.

- Die Zeit ist reif dafür, daß IT-Manager mehr Verantwortung im Unternehmen bekommen.

Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht preisgeben, sonst gibt es Ärger - die Analysten können ihren Bericht nicht mehr verkaufen. Doch sei den Marktauguren zum Schluß ein Bonmot von Albert Einstein ans Herz gelegt: "Erkläre die Welt so einfach wie möglich - aber bitte nicht einfacher."