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28.06.1996

Kolumne/Kein Standard, der nicht korrumpiert wurde

Unstrittig sind die großen Verdienste von Apple um die einfache Bedienbarkeit von PCs. Lange Zeit war die Oberfläche des Macintosh unschlagbar. Diese Überlegenheit konnte Microsoft erst mit Windows 95 in etwa ausgleichen. Doch den eigentlichen Durchbruch in Sachen einfache Nutzung stellen nicht die Produkte dieser beiden Konkurrenten dar, sondern - zumindest nach Auffassung von Intel-Chef Andrew Grove - Web-Browser a la Navigator von Netscape. Allein die "Hotlinks" machten die Zugangssoftware so einfach bedienbar wie einen Fernsehapparat. Diese Aussage - ein Zitat aus dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin "Business Week" - zielt zwar eher in Richtung auf den Endverbrauchermarkt, hat aber auch große Bedeutung im Unternehmensumfeld.

Allein daß sich, ähnlich wie mit TCP/IP die Übertragungsprotokolle, mit den offenen Standards SGML, HTML und HTTP die Front-ends vereinheitlichen lassen, dürfte der DV- Abteilung, aber auch den anderen Mitarbeitern eines Unternehmens das Leben erheblich erleichtern. Für die einen werden beispielsweise die Verteilung und Installation neuer Applikationen einfacher, die anderen brauchen sich nicht mit jedem Stück Software an eine neue Oberfläche zu gewöhnen.

Wer A - wie Client - sagt, muß jedoch auch B wie Server oder Intranet sagen. Gefragt sind also Web-Server und andere Middleware, die auch Legacy-Applikationen Web-tauglich machen. Und genau hier liegt - wenn die Aussagen der Hersteller auch nur halbwegs zutreffen - der eigentliche Vorteil von Intranets. Unternehmen müssen ihre bestehenden Anwendungen nicht zum alten Eisen werfen, wenn sie beginnen, ihre Informationsverarbeitung auf Intranets umzustellen (siehe auch Seite 9). Hier greift das Wort von der vielzitierten Evolution in der DV-Entwicklung, die Anwenderinvestitionen schützt. Doch bei aller möglicherweise aufkommenden Euphorie gilt es zu bedenken: Es gab noch keinen offenen Standard, der nicht durch Herstellerinteresse korrumpiert wurde.

P.S. Ihre Meinung zum Intranet interessiert uns brennend. Schreiben Sie uns oder senden Sie eine E-Mail an http://www.computerwoche.de oder Compuserve: 100136,3042.