Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Kolumne/"Nach Comet: SNI wählt die Flucht nach vorn

09.08.1996

Unter dem Motto "User-cen- tered-Computing" versucht SNI, dem Nixdorf-Klassiker "Comet" neues Leben einzuhauchen. Schließlich hatte die hinter dem proprietären Allrounder steckende Idee einiges für sich, mittelständischen Anwendern und Systemhäusern ein Softwarepaket anzubieten, das sich an die verschiedensten Anforderungen anpassen ließ.

Nixdorf konnte mit Comet sehr viel Hardware verkaufen, Systemhäuser verdienten mit Anpassungen ihr Geld, und Anwender hatten eine einfache, weil integrierte Plattform. Jeder war glücklich - zumindest für eine gewisse Zeit. Als die Versuche von SNI scheiterten, das Softwarepaket zu modernisieren (ALX!) und in Richtung Unix zu öffnen, war niemand mehr gut auf SNI zu sprechen. Die noch verbliebenen 20000 Anwender und die abgesprungenen Softwarehäuser will SNI nun mit der Entwicklungsumgebung "Comunity Open Technology Framework" zurückgewinnen, mit deren Hilfe Comet als komponentenbasierte und objektorientierte Software neu entstehen soll.

Trotz der technischen Schlagworte steht bei dieser Initiative für Peter Pagé, den obersten Softwerker der Münchner, nicht die Technologie im Vordergrund. Der Anwender, so sein Credo, brauche Lösungen.

Er wolle einen integrierten Arbeitsplatz, eine Umgebung für alles, egal ob es sich dabei um Mainframe-Emulation oder Desktop-Anwendungen handle, und auch wie dieser universelle Client von Servern bedient werde, sei dem Nutzer gleichgültig. Um dieser Einheitlichkeit willen hat sich SNI für Microsoft-Produkte als Technologiebasis entschieden: Visual Basic, OLE beziehungsweise Active X, Windows 95 und Windows NT. Pagé begründet die Hinwendung zu diesen proprietären "Standards" mit einem Mangel an Alternativen.

Strenggenommen entlarvt Pagé damit seine eigene Devise vom User-centered-Computing als Flucht nach vorn: Weil der Wettbewerb um Technologien im PC-Sektor entschieden scheint und es sich nicht mehr lohnt, darüber zu streiten, stellt man eine Selbstverständlichkeit - die Lösungsorientiertheit - in den Mittelpunkt. Das hat Nixdorf schließlich auch erfolgreich getan.