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20.10.1995

Kolumne/Und es lohnt sich doch

Christoph Witte

Eine groessere Neigung von Unternehmen, in Informations- und Kommunikationstechnik zu investieren, stellt Gerhard Adler von Diebold fest. Waehrend Firmen in den vergangenen drei Jahren die Informationstechnik als Kostenfaktor betrachtet haetten, setze sich heute wieder die Einsicht durch, dass sich mit IT Wettbewerbsvorteile erringen lassen.

Offenbar geben zumindest einige Unternehmen dieser Neigung begeistert nach. So investieren Marktforschern zufolge die 500 weltweit groessten Firmen rund 80 Prozent mehr in Client-Server- Systeme als 1994.

Dass die IT-Industrie wieder mehr absetzt - und zwar vor allem in den Sektoren PCs, Netzwerkloesungen und Workstations - kann nicht nur am Marketing-Getoese und den Werbekampagnen der Anbieter oder am steigenden Zuspruch der Privatanwender liegen. In Deutschland nimmt das Marktvolumen in diesem Jahr um rund sieben Prozent zu. Aehnliches gilt fuer ganz Europa. Die Anwenderunternehmen begreifen offenbar langsam, dass Informationstechnik nicht nur viel kostet, sondern auch viel bringen kann, wenn moderne Loesungen richtig eingesetzt werden.

Dafuer spricht auch, dass die Stimmung unter den Outsourcern nicht mehr so rosig ist wie vor ein oder zwei Jahren. Natuerlich wird nach wie vor IT ausgelagert, aber meistens geht es dabei um Teil- oder Uebergangs-Outsourcing, haeufig weil Unternehmen in die Client- Server-Welt einsteigen wollen. Faelle, in denen die gesamte Informationstechnik abgegeben und dies mit der Rueckbesinnung auf das Kerngeschaeft begruendet wird, sind nach wie vor selten. Mehr und mehr breitet sich die Erkenntnis aus, dass Firmen ihr Kerngeschaeft ohne Informations- und Kommunikationstechnologie kaum noch betreiben koennen.

Wie auch? Die Zeiten, in denen Produkte in wenigen Versionen massenweise und lange Zeit gefertigt wurden, sind vorbei. Heute sind Gueter gefragt, die auf die Beduerfnisse des Kunden zugeschnitten sind. Sie koennen mit inflexibler Massenproduktion alter Praegung ebensowenig geschaffen werden wie mit einem der Bunkermentalitaet huldigenden Management, das weder Kreativitaet noch Mut zum Risiko zeigt. Beide, flexible Produktion und mutige Unternehmenslenker, brauchen schnelle, praezise Informationen ueber ihre Firma, den Markt und die Beduerfnisse des Kunden. Uebrigens: Die Bezeichnung Informationsgesellschaft zieht auch aus der Tatsache ihre Berechtigung, dass fuer Firmen - gleichgueltig ob herstellende Industrie oder Dienstleister - ohne Information und damit ohne Informationstechnik kein Wachstum und kein Gewinn mehr moeglich sind.

Stellt sich nur noch die Frage, warum hiesige Unternehmen erst jetzt darauf kommen, staerker in IT zu investieren. Vielleicht haben sie auf Professor Brynjolfson vom MIT gewartet. Durch die Untersuchung von knapp 400 Unternehmen belegte der Wissenschaftler, dass der Return on Investment fuer Aufwendungen in die Informationstechnologie mehr als 50 Prozent betragen kann. Bleibt zu hoffen, dass dieser wissenschaftliche Beweis mehr bewirkt als die Forschungen ueber die Ursachen des Ozonlochs.