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29.06.1984 - 

Entwicklungstrends für Multifunktionsterminals im Büro:

Kombination Telefon/Btx ein erster Schritt

29.06.1984

Bei Multifunktionsterminals können mit der gleichen Einrichtung verschiedene Dienste genutzt werden, zum Beispiel Textverarbeitung, Teletex, Telefax und Datenkommunikation oder Bildschirmtext, Datenkommunikation und Telefon oder andere Kombinationen. Welche Kombinationen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab: wünschenswert wäre sicherlich ein modularer Aufbau, der verschiedene Kombinationen ermöglicht. Allerdings ist es wahrscheinlich, daß sich bestimmte Kombinationen wie Bildschirmtext und Telefon oder Teletex und Telefax als besonders häufig herausstellen werden und zu eigenen kompakten Terminals führen.

Multifunktionsterminals können aber mehr sein, als die Mehrfachnutzung der Funktionselemente. Durch die Integration der verschiedenen Dienste können Steigerungen der Leistung und des Komforts erreicht werden, so daß ein Multifunktionsterminal zusätzliche Funktionen bietet, die über die Funktionen der Einzelgeräte hinausgehen.

Die einzelnen Funktionselemente eines Multifunktionsterminals müssen den jeweils höchsten Anforderungen der verschiedenen Aufgaben entsprechen. Beispielsweise ist für Textverarbeitung ein Schwarzweiß-Bildschirm mit hoher Auflösung erforderlich, für Bildschirmtext aber Farbdarstellung, so daß für die Kombination ein hochauflösender Farbbildschirm notwendig ist.

Anforderungen an die Anzeigeeinheit

Als Anzeigeeinheit wird trotz vielfältiger Entwicklungen auf absehbare Zeit wohl nur die Kathodenstrahl-Bildröhre (CRT) zur Anwendung kommen. Neben den bekannten Anforderungen für Bildschirmarbeitsplätze wie Flimmer- und Blendfreiheit, ausreichende Helligkeit etc. werden für die Anwendung im Multifunktionsgerät im allgemeinen Farbe und hohe Auflösung gefordert werden.

Wichtig ist eine freie Arbeitsfläche auf dem Bildschirm auf der man Texte, Formulare und dergleichen entwickeln kann, bevor man mit einem Dienst verbunden ist. Desgleichen sollte es möglich sein, Bildschirmseiten sichtbar und leicht zugänglich abzulegen, so daß man jederzeit auf eine solche Seite zugreifen kann, wie das mit Hilfe der Fenstertechnik möglich ist, bei der einzelne Bereiche des Bildschirmes sich wie eigene Bildschirme verhalten. Derartige Fenster können sich überlappen, können verschoben und umgeblättert werden, ähnlich wie man es im Umgang mit Papier gewohnt ist.

Anforderungen an die Tastatur

Grundlage bildet im allgemeinen die alphanumerische DIN-Tastatur. In Sonderfällen wie bei der Kombination Telefon/Bildschirmtext werden auch bei gleicher Tastenanordnung kleinere Tastenabstände verwendet was sinnvoll ist, wenn an diesen Arbeitsplätzen überwiegend Ziffern und einzelne Wörter zur Dialogführung und zum Ausfüllen von Formularen und Kurzmitteilungen zu schreiben sind.

Zusätzlich sind eine Vielzahl von Funktionstasten erforderlich, deren Kennzeichnung oft problematisch ist. Bezeichnungen wie "F1" sind sicherlich keine gute Gedächtnisstütze. Gut unterscheidbare Symbole, sind meist besser geeignet, obwohl man kaum erwarten darf, daß sie selbsterklärend sind. Wichtig ist darum, daß man sich mit Hilfe einer "Help-Taste" die Funktion einer jeden Taste auf dem Bildschirm erklären lassen kann.

Soweit Tasten zur Bedienung eines Dienstes benötigt werden, sollten sie in Gruppen zusammengefaßt werden. Bei Mehrfachbelegung von Tasten können die Bezeichnungen auf dem Bildschirm angezeigt werden, womit dann auch gleichzeitig angezeigt ist, in welchem Modem sich das Tastenfeld befindet.

Tastenkombinationen wie X O = sind ungünstig und sollten, wenn nicht durch eigene Funktionstasten realisierbar, durch Kombinationen ersetzt werden, die einen Klartext ergeben wie END, BEGinn etc. Fehlbedienungen dürfen nicht ohne Reaktion bleiben. Wenn möglich, sollte ein Hinweis auf die richtige Behandlung gegeben werden, zum Beispiel wenn eine Telefonwahl gestartet wird, bevor eine Leitung angeschaltet wurde "erst Telefonleitung anschalten, dann wählen". Für derartige Hinweise kann auch der Einsatz von Sprachausgaben zweckmäßig sein.

Mißbrauchssicherung besonders wichtig

Multifunktionsterminals müssen die Möglichkeit zum Anschluß von Druckern, Speichern, Rechnern und weiteren Ein- und Ausgabegeräten bieten. Welchen Bedingungen diese Geräte unterliegen, wird wesentlich vom jeweiligen Einsatz bestimmt und kann nicht oder noch nicht allgemeingültig formuliert werden. Gefordert wird eine große Flexibilität an dieser Stelle, was eine möglichst einheitliche Schnittstelle bedingt.

Von besonderer Bedeutung ist natürlich die Mißbrauchsicherung bei Multifunktionsterminals mit ihren vielfältigen Zugriffsmöglichkeiten. Der heutige Trend geht zu einer eingebauten, automatischen Identifikation des Terminals oder der Leitungen und Identifizierung des Benutzers durch ein Codewort. Ob diese Sicherung ausreicht, oder ob zusätzlich Indentifikationskarten oder Schlösser erforderlich sind, wird die Erfahrung zeigen.

Zwei unterschiedliche Benutzergruppen

Für die Bedienung von Multifunktionsterminals muß man wohl von zwei unterschiedlichen Benutzergruppen ausgehen, dem ungeübten Benutzer, der nur gelegentlich einige Grundfunktionen nutzt, und dem geübten Benutzer, der alle Möglichkeiten ausschöpfen will. Für letzteren ist zweifellos eine intensive Einweisung unerläßlich. Die Vielzahl der Möglichkeiten darf nicht dazu führen, daß die Grundfunktionen nicht wie gewohnt genutzt werden können, zum Beispiel der Telefonteil durch Drücken einer Taste und dem gewohnten Wählen oder Eintasten der Rufnummer.

Grundsätzlich sollte das Terminal seinen Benutzern Hilfen geben, etwa bei Betätigung der schon erwähnten "Hilfe-Taste", um die Funktionen einzelner Tasten erklärt zu bekommen, oder zur Korrektur nach Eingabefehlern oder Fehlbedienung.

Weiter muß eine Benutzerführung über einen Dialog möglich sein. Dabei ist eine weitgehende Einheitlichkeit für die verschiedenen Dienste zu fordern, so daß sich beispielsweise die Prozedur für Teletex nicht grundsätzlich anders als für Fernschreiben gestattet. Der Benutzer muß einen Dialog "wie erwartet" führen und darf nicht durch überraschende Schritte irritiert werden. In diesem Punkt wird man allerdings noch abwarten müssen, bis sich ein gewisser Standard für die "Erwartungshaltung" ausbilden wird. Selbstverständlich muß der Dialog für einen geübten Benutzer jederzeit abkürzbar sein.

Gleichzeitig sollte die Kurzfassung der Bedienungsanleitung oder ein Hinweis auf das entsprechende Kapitel der gedruckten Bedienungsanweisung auf Anforderung oder bei unklarer Fehlbedienung auf dem Bildschirm erscheinen.

Bei allen Bedienhilfen muß darauf geachtet werden, daß eine zügige Arbeit für den geübten Benutzer nicht behindert wird und daß eine gewisse Einweisung auch für den Ungeübten unerläßlich ist.

Als erste Schritte auf dem Weg zum Multifunktionsterminal sind in letzter Zeit vier Entwicklungen vorgestellt worden für die Verbindung von Fernsprechern und Bildschirmtext (Btx) eine Kombination, die zweifellos von besonderer Bedeutung ist.

Trotz gewisser Unterschiede stimmen die Geräte in ihrer Grundkonzeption überein. Sie verfügen über zwei Telefonleitungen, um Telefon und Btx parallel benutzen zu können. Sie besitzen ein Telefon- beziehungsweise Btx-Registern

mit der Möglichkeit, durch Kurzwahl den eingetragenen Teilnehmer schneller anzuwählen, indem man lediglich die Menü-Ziffer des auf dem Bildschirm dargestellten Registers eingibt. Gemeinsam sind weiter Terminkalenderfunktionen, die den Benutzer optisch und akustisch an eingetragene Termine erinnern sowie gewisse Notizbuchfunktionen. Vorgesehen sind außerdem Druckeranschluß sowie Anschluß an EDV und PC. Da es sich bei den Geräten um Schreibtischgeräte handelt, die wenig Platz beanspruchen sollen, haben sich drei Hersteller für eine kleine Tastatur entschieden, die hier ausreichend erscheint, da sie hauptsächlich zur Bedienung und für kurze Eintragungen benötigt wird.

Die größten Unterschiede bestehen in der äußeren Gestaltung und im Bildschirm. Zwei Geräte besitzen lediglich einen Schwarzweiß-Bildschirm (Siemens, DFG), der für Btx eine wesentliche Einschränkung darstellt, während die beiden anderen Geräte (Dornier, Nixdorf) mit einem hochauflösenden Farb-Bildschirm ausgestattet sind.

Besondere Ansprüche

Die Häufung von Endgeräten für die verschiedenen Dienste führt zur Forderung nach Multifunktionsterminals, so daß mit einem Endgerät unterschiedliche Dienste genutzt werden können. An diese Multifunktionsterminals sind besondere Ansprüche zu stellen, insbesondere an die Anzeigeeinheit, die Tastatur und die Bedienbarkeit.

Dr. Ing. Werner Muckli ist bei der Dornier System GmbH, Friedrichshafen. Der vorliegende Beitrag ist die leicht gekürzte Fassung eines Referates, das auf der "telematica" in Stuttgart gehalten wurde. Der gesamte Beitrag ist enthalten in: Wolfgang Kaiser (Hg.): telematica Kongreßband Teil 3, Stuttgart 1984, Seite 184-192.