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05.05.1978

Komfort kontrollieren

Auf dem Software-Pakete-Markt sind Programm-Generatoren Bestseller Komfort im Umgang mit den Computern ist gefragt. In dem Maße, wie ständig neue Fachabteilungskräfte Zugang zu Computerleistung erhalten, wächst der Bedarf an Software-Werkzeugen, die aus standardisierten Problembeschreibungen ablauffähige Programme generieren. Neben System-Software-Paketen und Personalverwaltungs-Systemen sind Generatoren für Entscheidungstabellen und für normierte Programmierung mit die erfolgreichsten Standard-Programme des Software-Marktes. Das gilt zunehmend auch für Listgeneratoren, die - als "Management-Sprachen" angepriesen - mit wenigen Befehlen, die auch einfache Berechnungen einschließen, aus Dateien Routine-Berichte und -Auswertungen extrahieren. Je mehr Datenbanken aufgebaut werden, desto häufiger sind entsprechende Query-Sprachen im Einsatz.

Die Gefahr besteht, daß man sich dieser komfortablen Werkzeuge auch dann bedient, wenn der für den höheren Komfort bezahlte Preis deutlich zu Buche schlägt. Zwar sind die Hardware-Kosten so rapide gesunken, daß minimale Speicherbelegung via Bit-Fummelei in Assembler längst nicht mehr das oberste Programmierer-Ziel ist. Dennoch ist zu beachten, daß per Programm-Generatoren und Abfrage-Sprachen erstellte Programme weniger laufeffizient sind. Sie belegen in der Regel etwa 15 Prozent mehr Hauptspeicher und sind auch um etwa den gleichen Prozentsatz langsamer als übliche, in höherer Programmiersprache geschriebene Software für vergleichbare Aufgaben. Es fragt sich also, ob die Einsparung an Personalkosten bei der Programmierung diese zusätzliche Maschinenbelastung rechtfertigt.

Hitliste beachten

Die Antwort kann kein simples "Ja" oder "Nein" sein, denn sie ist davon abhängig, wie oft so geschriebene Komfort-Programme eingesetzt werden und welchen "Umsatz" sie auf der Maschine machen.

Hinweise hierfür liefert eine Auswertung der Job Acoounting-Routinen, die verursachungsgerecht die DM-Kosten der CPU- und Peripherie-Belegung für alle eingesetzten Programme ermitteln. Die sogenannte "Hitliste", die Sortierung nach DM, zeigt, ob zu den Bestsellern des Rechenzentrums auch Programme gehören, die mittels Generatoren etc. geschrieben wurden.

Tuning per Monitor

Ausschließlich bei diesen Programmen der "Hitliste" zählt der Einwand, daß Bit-Fummelei noch immer das meiste aus den Systemen herausholt. Diese Programme zu kennen, ist bereits der erste erforderliche Schritt der Gegenmaßnahmen. Bereits das Job Accounting liefert Hinweise für Programm-Tuning durch geänderte Blockung und Unit-Belegung. Weitere Erkenntnisse - wo Befehle zu sparen sind, welche Datenfelder anders definiert werden sollten - liefern Software-Monitore. Hardware-Monitore geben Hinweise über Durchlaufzeiten und Wartezeiten.

Wenige Prozent Tuning-Verbesserung bei den ständig im Einsatz befindlichen Programmen bringen mehr als spektakuläre Frisiererfolge von über 30 Prozent bei Eintagsfliegen.

Für ohnehin vermutlich nur wenig genutzte Programme sollte man wegen der steigenden Personalkosten jedweden Komfort nutzen, der für die Programmierung heute verfügbar ist. Bei den Bestsellern indes, den häufig laufenden oder lang laufenden Programmen wird man besser auf derartige Programmierhilfen verzichten. Für das Spektrum der Mitte gilt: Komfort ja, aber durch Monitoring kontrollieren.