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07.02.1975 - 

Feuerwehreinsatz

Kommandant Computer

DÜSSELDORF - In Düsseldorf und Augsburg lassen die Feuerwehrkommandanten jetzt das Elektronengehirn denken: ein Einsatzleitrechner kann ihnen Vorschläge machen, wieviel Fahrzeuge man beispielsweise auf welchen Straßen an einen eben gemeldeten Brandherd schickt. In Hamburg ist ein solches System im Aufbau - in Köln überlegt man noch, ob die drei Millionen Mark, die man für die Anlage ausgeben müßte, gut angelegt sind. Die Basis des Systems, das probeweise auch schon in München lief, ist ein Siemens-Rechner 320, 404 oder 4004 - je nach Größe der Stadt und den gestellten Anforderungen. Dienstpläne und Alarmstichworte, Daten über Fahrzeuge, Mannschaften und deren Standorte sowie Straßen sind der Zugriffsgeschwindigkeit wegen auf Platten gespeichert.

Wenn nach einem Alarm in der Zentrale eingegeben wird, wo es brennt und wie groß die Gefahr ist, tritt der Rechner in Aktion: er ermittelt, welche Fahrzeuge und Mannschaften frei sind, wieviel zum Einsatzort geschickt werden müssen und von welcher Feuerwache aus sie auf welchem Weg am schnellsten hinkommen. Er kann außerdem das Alarmierungssystem steuern und Einsatzbefehle ausdrucken.

Da zwei Drittel bis drei Viertel aller Feuerwehreinsätze auf die verschiedensten Hilfeleistungen - von der Rettung einer Katze aus der Dachrinne bis zum Ölalarm - entfallen, dient der Einsatzleitrechner auch als Auskunftssystem: es läßt sich beispielsweise speichern und abfragen, wer für das Abschalten einer bestimmten Oberleitung zuständig ist, wie man mit einem bestimmten irgendwo ausgelaufenen Stoff umgehen muß oder wer sich auf den Umgang mit abgestürzten Schwänen versteht.

Schon die vielen technischen Details bei einem Einsatz in einer Großstadt kann ein Feuerwehrmann kaum noch im Kopf haben bei - Hilfeleistungen, die ja immer nur in ungewöhnlichen Fällen angefordert werden, ist oft ein zeitraubendes Telefonieren nötig, bis man einen Fachmann gefunden und um Auskunft getragt hat. Natürlich kann der Rechner auch mehr: so überlegt man in Köln, ob außer Straßennamen auch die Hausnummern gespeichert werden sollen, damit eine Plausibilitätskontrolle wenigstens gewisse Falschalarme und Fehlinformationen erkennt.

In einer zweiten Ausbaustufe können die Daten wichtiger oder besonders gefährdeter Gebäude gespeichert werden: es kann dann beispielsweise ausgedruckt werden, ob es sich um einen Backsteinbau mit Holztreppe und ohne Notausgang handelt, wo Rauchabzugsklappen betätigt werden müssen oder wo in einer Fabrik besonders brandgefährdete Stoffe lagern. Derartige für die Brandbekämpfung wichtige Daten sind in der Großstadt Köln bisher von 200 Gebäuden vorhanden - jeder Löschwagen hat einen Ordner mit den entsprechenden Datenblättern. Eine wesentliche Vergrößerung solcher Handbücher oder Karteien ist nicht praktikabel - dem Rechner machen die Daten von hundert Gebäuden mehr oder weniger nichts aus. Zukunftsmusik ist freilich der Gedanke, die Daten aller Häuser zu speichern. Vorerst nur ein Wunschtraum ist auch die Koppelung von Einsatz- und Verkehrsleitrechner, um der Feuerwehr automatisch an allen Ampeln Grün zu geben. Sicher ist dagegen, daß der Rechner zum Schluß auch die Rechnung schreibt.