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13.08.1999 - 

Kolumne

Kommen goldene Zeiten?

Der Informationstechnik stehe ein goldenes Zeitalter bevor, in dem Unternehmen IT einsetzten, um Wettbewerbsvorteile zu erringen. Diese Prognose wagte BMC-Boß Max Watson kürzlich während einer Konferenz im kalifornischen Santa Clara. Erstaunliche Erkenntnis. Zwar hat sich inzwischen herumgesprochen, daß Informationstechnik heute nicht mehr nur für die Buchhaltung taugt, sondern im Prinzip als strategische Waffe gegen die Konkurrenz einsetzbar ist; daß aber eine solche Nutzung außer den Herstellern auch Anwendern goldene Zeiten beschert, ist neu.

Schließlich reicht eine große Zahl verkaufter und installierter Systeme, von der Watson und mit ihm sicher alle anderen Anbieter träumen, allein nicht aus, um derartige Hoch-Zeiten auszurufen. Das ginge glaubwürdig erst, wenn sich ohne IT - auch außerhalb der Branche - keine unternehmerischen Erfolge mehr erzielen ließen und dieser Umstand auch von jedermann anerkannt würde.

Beides trifft noch nicht zu. Vor allem mit dem Bewußtsein um die Wichtigkeit und die Möglichkeiten von IT hapert es in deutschen Unternehmen außerhalb der DV-Abteilungen noch ganz erheblich. Wie anders ist es zu erklären, daß die meisten Firmen erst zaghaft beginnen, wettbewerbskritische Systeme für das Customer-Relationship-Management, für Data-Warehouses oder die Vertriebs- und Marketing-Unterstützung einzusetzen. Ebenso stutzig macht der Umgang des Topmanagements mit dem Thema: Die meisten Führungskräfte wissen einfach zuwenig, verstehen die Vorschläge des IT-Managements oft nicht. Statt dessen versucht man, mit umstrittenen Methoden die Kosteneffektivität der installierten DV zu erfassen.

Als ein weiteres Indiz für den nicht allzu hohen IT-Stellenwert in hiesigen Unternehmen kann die Jahr-2000-Fähigkeit oder besser gesagt -Unfähigkeit gelten. Noch vor einem Monat, so die IHK-Köln, waren rund 39 Prozent aller Firmen in Deutschland nicht ausreichend auf den Datumswechsel vorbereitet. Dabei handelt es sich zwar in erster Linie um kleine und mittelständische Unternehmen, aber die bräuchte ein großes IT-Zeitalter schließlich auch. Übrigens - noch etwas fällt an Watsons Prognose auf: Goldene Zeiten werden zumeist dann als solche apostrophiert, wenn sie vorbei sind.