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04.11.1994

Kommentar Alte Fragen ohne Antworten

Ob mit SDH oder ATM oder beiden, ob mit Frame Relay als idealer Zwischenloesung oder als Weg in die Sackgasse, ob mit einem zum wiederholten Male totgesagten FDDI oder nicht - all dies sind Fragen, die es auf dem Weg zur goldenen Breitbandzukunft erst noch zu beantworten gilt. Beantwortet werden muss aber auch: wofuer, zu welchem Preis und wer es bezahlt?" So kommentierte die COMPUTERWOCHE vor Jahresfrist die Situation in Sachen technisches Ruestzeug fuer den Information-Highway.

Man soll sich bekanntlich nicht selbst zitieren; was hilft diese Maxime aber, wenn sich die gleichen Fragen dringender denn je stellen! Und fuer diejenigen Zeitgenossen, die noch nicht wissen, worum es geht, gleich noch ein Zitat: "Die europaeische Informationsindustrie ist nicht durch Mangel an Intellekt auf einen dritt- oder viertrangigen Platz abgefallen. Es war alleine der Mangel an Geschwindigkeit. Wir wollen kuenftig wieder Visionaere sein und den Mut zu Innovationen haben. Dazu gehoert das Risiko, Fehlentscheidungen zu treffen. Der Forschungsprozess muss aber auch vom Business-Case gepraegt sein." Dies schrieb Hagen Hultzsch, Telekom-Vorstand Technik Dienste, seinen Forschungsabteilungen ins Stammbuch.

Breitbandkommunikation ist, bei aller Neigung zum Geschwindigkeitsrausch im LAN, auch und gerade WAN-Sache, wobei wir zwangslaeufig wieder bei den Datenautobahnen waeren. Deswegen fuehrt an der Telekom - Privatisierung hin, Monopole her - in Deutschland, respektive Europa kein Weg vorbei. Dies gilt fuer ihre Rolle als "blosser" Netzbetreiber ebenso wie fuer ihr kuenftiges Standing als Service-Provider, von ihrer freiwilligen oder unfreiwilligen Funktion als Innovationslokomotive einmal ganz abgesehen.

Netzvisionen - egal ob solche, wie im nebenstehenden Artikel beschrieben, oder andere - sind also gefragt. Sie muessen jedoch bezahlbar sein. Time-to-Market heisst hier das schon etwas abgegriffene Zauberwort, dessen Faszination die Europaeer immer noch neidvoll ueber den grossen Teich blicken laesst. Eine Milliarde Mark gab alleine die Telekom 1994 bei ihren F&E-Anstrengungen aus; manch einem ist dies noch zuwenig. Das mag ein berechtigter Einwand sein, wichtiger ist aber doch wohl, um einen weitaus populaereren Zeitgenossen als die Zitierten zu strapazieren, was "hinten rauskommt". Hunderte von Fernsehprogrammen mit digitalisiertem Rueckkanal samt US-amerikanischen Content-Providern waere jedenfalls nicht genug, sollte sich Europa doch noch zum Aufbruch in die Information-Society aufraffen.