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14.10.1994

Kommentar Auslaufendes Modell

Berater im Ueberfluss - ueberfluessige Berater? Noch ist es sicherlich nicht so weit, doch wer die Ohren spitzt, hoert sie schon, die geraunten Untertoene: Berater-Show-down im SAP-Markt. Gestern noch begehrter Interpret der Marktfuehrer-Software, heute scheinbar im Besitz einer sicheren Pfruende, morgen wieder unter "ferner liefen"? Wohl ein typisches Stueck Berufsleben in der wandelbaren IT-Welt.

Wie kam es dazu? Eigentlich kein Wunder, wird doch moderne Software immer selbsterklaerender, was eben auch fuer so komplexe Systeme wie die von SAP gilt. Gluecklicher- oder ungluecklicherweise - je nach Standpunkt - findet R/3 nur selten den idealen Naehrboden vor. Umfangreiche Vorarbeiten des Re-Engineering muessen einer erfolgreichen Implementation beziehungsweise Migration vorangehen.

Und hier liegen dann wieder Chancen fuer neutrale Beratung. Indes werden es wohl nur selten die SAP-Spezis sein, die zu entscheiden in der Lage sind, welche Geschaeftsprozessorientierung es einzuschleifen gilt und mit welcher Software die neu definierten Unternehmensziele am besten erreicht werden koennen. SAP- Marktfuehrerschaft allein garantiert in diesem Zusammenhang fuer nichts weiter als gutes Mittelmass oder nicht einmal dafuer, wie es Heinrich Brills Artikel auf Seite 48 ueber ein Re-Engineering- Projekt nahelegt.

Die Musik spielt im Vorfeld. Und dort sind wieder andere, gleichwohl alte Faehigkeiten und Tugenden gefragt, auf Neudeutsch: Coaching. Nebenstehender Bericht erklaert, warum. Noch sind Mitarbeiter und Manager haeufig Gefangene antiquierter Theorien der Arbeitsorganisation, haben kaum Ressourcen frei fuer innovative Aufgaben. Hinzu kommt, dass die wenigen Projekte, die der Innovation dienen sollen, meist ohne koordinierende Steuerung bleiben.

Technik ist immer weniger das Problem. Problemloesungskompetenz ist zu einer sehr komplexen Angelegenheit geworden, die einer allein als Einzelkaempfer kaum mehr anbieten kann. Da liegt es nahe, die Teamorganisation im Beratungsunternehmen vorzuleben, gleichzeitig aber Projekterfahrung mit unterschiedlichen Zielsetzungen und in verschiedenen Unternehmen zu sammeln.

Flexibilitaet und Offenheit muessen Berater wie Beratene, Technik und das Unternehmen selbst charakterisieren, wollen alle Beteiligten ueberleben. Produktgebundene Beratung ist ein auslaufendes Modell, auch wenn es zur Zeit noch laeuft und laeuft und laeuft . . .