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13.10.1995

Kommentar Datenbanken/Datenzentralen kontra verteilte Infostaende

Schier unergruendlich scheint die Innovationskraft der Branche, wenn es um neue Schlagworte geht. Oft bleibt von den vielgepriesenen Techniken und Neuerungen nichts anderes uebrig als Sprechblasen, Anglizismen und Abkuerzungen. So beschreibt Informix etwa sein

"Online XPS" als "Shared-Nothing-Architektur", die "Verfahren wie Round-Robin, Hash, Range oder Expression" fuer das "Partitionierungsschema" bietet und sich insbesondere durch die "parallele Ausfuehrung von Operationen wie Loads, Indexaufbau, Backup und Recovery" sowie durch "eine einfache Verwaltung von VLDBs" qualifiziert.

- Alles klar??! -

Dieses verbale Imponiergehabe wortgewaltiger Marketiers erweckt in

einigen Kreisen sicherlich uneingeschraenkte Bewunderung, bei intelligenten Anwendern kaum.

Tatsaechlich verstecken die Anbieter hinter diesem High-Tech- Kauderwelsch einen grundsaetzlichen Kurswechsel. Leistungsoptimierende

Techniken sollen die Kunden zu den unlaengst noch verpoenten zentralen Datenbanken ueberreden. Massenspeicher statt Datensplit, heisst die

Devise.

Zugleich zaehlt die "verteilte Datenbank" allerdings noch immer zu den Lieblings-Buzzwords von Marketing- und Vertriebsstrategen. Dennoch verkaufen sie mit wachsendem Enthusiasmus gigantische zentrale Datencontainer, die mit Sicherheit bald die Giga-, Terra- und Fantasta-Grenze sprengen werden. Diese wuchernden Komplexe nennen sie zahm Informations- oder ganz kuschelig Data-Warehouse.

Doch die Datenbanker wittern das grosse Geschaeft. Ihren Kunden bieten sie einen Neuaufguss der alten Management-Idee: Mit einem Knopfdruck, lieber Anwender, bist Du Herr ueber saemtliche wichtigen Betriebsdaten. Dabei ist den meisten Betrachtern inwischen klar, dass es sich bei dem Informationswarenhaus lediglich um einen aufwendigen, und teuren Sammelplatz redundanter Daten handelt.

Die Anwenderhoffnungen auf kleine, feine Datenportionen zerplatzen. Ihr Wunsch nach einen Informations-Management ueber heterogene Netzstrukturen hinweg geht im

Sog der massigen Uebersysteme glatt unter. Einschlaegige Marktanalysen lassen bereits die Totenglocken fuer "verteilte Datenbanken" laeuten.

"Datenpartionierung" und "Function-Shipping-Algorithmen" gehoeren der Geschichte an, noch ehe sie beim Anwender gelandet sind.