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23.07.1993

Kommentar EDI darf nicht zum Schreckgespenst der Anwender werden

Der Teufel steckt, wie wir wissen, im Detail. Dies trifft auch auf Edifact zu. Jedenfalls scheren sich die Arbeitsgruppen beim branchenspezifischen Tuning der Nachrichteninhalte, so zeigt die Praxis, einen Teufel darum, die Edifact-Syntax exakt einzuhalten. Infolgedessen wird die Grundidee von Edifact, weltweit einen branchenuebergreifenden Standard fuer den Austausch elektronischer Handelsdaten zu liefern, ad absurdum gefuehrt.

Kein Wunder also, dass Stimmen laut werden, die das Ende von Edifact prophezeien, noch ehe es richtig begonnen hat. Jetzt aber schon den Satan an die Wand zu malen, waere falsch, denn an der prinzipiellen Bereitschaft, EDI auf Basis von Edifact zu verwirklichen, fehlt es bei den Anwendern in der Regel nicht. Das beweist nicht nur die steigende Zahl an EDI-Implementationen hierzulande mit bereits realisierten Edifact-Nachrichten oder zumindest der Option darauf. Ein weiteres Indiz ist das immer breiter werdende Produktspektrum der Anbieter, deren Konverter nahezu alle die Umwandlung in Edifact-Datenformate beherrschen.

Das Problem der unbefriedigenden und inflationaeren Subset- Entwicklung ist dadurch aber nicht geloest. Die Ursache des Uebels liegt hauptsaechlich darin, dass eine exakte Interpretation des Standards Edifact fehlt. Die ISO-Norm beschreibt zwar formal die syntaktischen Aspekte eines Nachrichtentyps, nicht aber die genaue Semantik. Im Klartext heisst das: Die inhaltlich gleiche Interpretation der Nachricht sowohl durch den Anwender als auch den Empfaenger ist ohne gegenseitige Absprache nicht gewaehrleistet.

Um Ordnung in das Chaos zu bekommen, bemuehen sich die Branchenverbaende und das DIN jetzt darum, Richtlinien zu entwickeln, die eine zweifelsfreie und eindeutige Interpretation jeder Nachricht sicherstellen. Dieses Procedere ist allerdings muehsam und ein sogenannter Implementation Guide bisher nur fuer die Nachricht "Invoic" vorhanden.

Im Interesse der Anwender ist es jedoch notwendig, sich nicht in der Definition der Message-Interpretation zu verzetteln, sondern rasch brauchbare, international gueltige Ergebnisse zu erzielen. Nur so kann vermieden werden, dass EDI zum Schreckgespenst der Anwender wird, insbesondere der kleineren und mittleren Unternehmen, die unter dem besonderen Druck der Grosskunden stehen. Hilfestellung koennte die im Juli gegruendete Deutsche EDI- Gesellschaft leisten, sofern sie sich nicht vor den Karren der Anbieter spannen laesst.+ pg