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06.01.1995

Kommentar Freiwillig oder unfreiwillig?

Mit der Umwelt ist es so eine Sache - der Biologe Jakob von Uexkuell hat das Wort 1909 fuer die gerechte Sache in Beschlag genommen. Die Umwelt sei "die Umgebung eines Lebewesens, die auf es einwirkt und seine Lebensbedingungen beeinflusst". Das ist schon richtig, nur laesst die Wirkung lange auf sich warten, wie wir nach 100 Jahren Umweltfrevel im industriellen Massstab wissen. Die Verantwortlichen spueren es am eigenen Leibe selten, dass das, was sie heute in den Ausguss kippen oder in die Muelltonne werfen, irgendwann fuer irgendein Lebewesen gefaehrlich wird. Folglich wird, wer wirtschaftlich denkt, sich einen Dreck um den Muell scheren: Das Zeug muss weg, moeglichst billig, und Schluss! Deswegen klingen freiwillige Selbstverpflichtungen immer ein bisschen nach Beschwichtigung.

Die Versprechen der DV-Unternehmen in Sachen Umwelt waren bisher nicht wesentlich glaubwuerdiger. Aber vor einigen Wochen landete folgende Meldung auf unserem Schreibtisch: "Wenn einzelne DV- Hersteller heute ihre Maschinen freiwillig zuruecknehmen, sollte das zur Mindestanforderung auch fuer andere Branchen werden." Unterzeichnet war das Schreiben von Eurobit, einem europaeischen Verband der Elektroindustrie. Adressat des denkwuerdigen

Satzes ist die Kommission der EU in Bruessel. Sie soll einige der seit 1.1.1995 nun 15 Laender zur Ordnung rufen: Denn manche Staaten auf dem alten Kontinent oder auf einer Insel haben das Subsidiaritaetsprinzip so verstanden, dass sie mit Elektroschrott auch weiterhin machen koennen, was ihnen und ihrer Industrie passt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Laendern aber machen den internationalen DV-Unternehmen das Leben schwer: Hier darf kein PVC ins Gehaeuse, dort sind Schwermetalle verboten, doch in England ist sowieso alles erlaubt.

Der Eurobit-Vorstoss geht aber viel weiter. Da steht eine Herstellervereinigung auf und ruft eine staatlichen Behoerde gegen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen zur Hilfe. Gebt uns schaerfere Gesetze, damit wir nicht schlechter sein muessen, als wir wollen. Das ist natuerlich wieder einmal nur an sich selbst

gedacht, doch diesmal freut's uns auch. Wenn das Beispiel Schule machte.