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20.10.1995

Kommentar/Genf und die Erfahrungen von Nelson Mandela

Alle (vier) Jahre wieder platzt Genf aus allen Naehten, wie es unter denen heisst, die das "Telecom"-Spektakel einmal mitgemacht haben. Dass sich die eidgenoessische Moechtegern-Metropole als Kulisse fuer mehr oder weniger erfolgreiche politische Verhandlungen, nicht aber als Veranstaltungsort fuer eine Messe mit globalem Anspruch eignet - wen wuerde das schon interessieren, wenn es nicht in gewisser Weise symboltraechtig fuer eine ganze Branche waere. Die grauen Eminenzen der ITU luden ein, und alle kamen, mussten kommen.

Dies war uebrigens schon vor Wochenfrist in der COMPUTERWOCHE zu lesen, und man wird wohl mindestens die kommenden vier Jahre benoetigen, um das Sehen und Gesehenwerden am Genfer See nach einem tieferen Sinn zu hinterfragen. Dreistoeckige Staende zur Selbstdarstellung, vollmundige Absichtserklaerungen bei den Pressekonferenzen und ansonsten war Schmalhans Kuechenmeister, was neue Produkte angeht. Wie denn auch, wenn ein durch Hysterie und falsche Erwartungen angeschwollener Messekalender fast schon jede Woche ein Grossereignis verkuendet. Ach ja, bleiben noch die Kunden, die, glaubt man Insidern, statt nach Genf zu reisen, lieber zu Hause blieben. Man war also unter sich. Gut, dass man da wenigstens ueber die Oeffnung des deutschen Telecom-Marktes und internationale Allianzen reden konnte, sonst haette man sich womoeglich gar nichts zu sagen gehabt.

Wie gut hat es da doch Nelson Mandela in seinem Suedafrika. Der Kaempfer wider die Apartheid und Praesident eines von Umbruechen gekennzeichneten Landes war von der ITU als Eroeffnungsredner gewonnen - oder sollte man besser sagen, verpflichtet worden. Mandela muss sich jedenfalls wie im falschen Film vorgekommen sein. Zwei Drittel der Weltbevoelkerung haetten, so Mandela in seiner Ansprache, noch nie einen Telefonanruf getaetigt, ein noch groesserer Teil duerfte ueber keinen eigenen Telefonanschluss verfuegen. Mandela woertlich: "Wir glauben, dass unsere Erfahrungen fuer andere von Wert sein koennen, und in diesem Geist wollen wir einige davon mit Ihnen teilen." Na denn, auf in die schoene neue Welt der Telekommunikation!