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12.01.1996

Kommentar/. . . Kontrolle ist besser

Die Outsourcing-Skepsis in Deutschland ist sprichwoertlich, aber auch unbegreiflich - zumindest auf den ersten Blick. Nahezu alle auslagernden Firmen scheinen mit ihren Serviceanbietern vollauf zufrieden. Vielleicht sind sie es wirklich, wahrscheinlicher aber ist, dass die Kunden dezent den Mantel des Schweigens ueber eine eher chaotische Zusammenarbeit mit ihrem Dienstleister decken. Wer wuerde schon Informationen ueber eine wenig funktionsfaehige Datenverarbeitung an die Oeffentlichkeit dringen lassen - sieht man einmal von der Deutschen Telekom oder der Bundesbahn ab?

Dennoch ist die Skepsis hierzulande Fakt, und im Laufe der vergangenen Jahre hat sich gezeigt, dass sie zu Recht besteht. Umfragen in den USA und in Europa haben bestaetigt, dass vor allem die pauschale Auslagerung der gesamten Datenverarbeitung keinen Sinn macht. Zu gross ist die Abhaengigkeit vom Servicelieferanten und zu diffizil die Vertragsgestaltung.

Kein Kontrakt der Welt koennte alle Details beruecksichtigen, die in einem solchen Fall zu klaeren sind. Sehr viel haengt also von der Kulanz und der wirtschaftlichen Stabilitaet des Dienstleisters ab. Geraet er unter Druck, gibt er diesen automatisch an seinen Kunden weiter. Ausserdem stellt sich immer wieder die leidige Frage: Wie wird der Servicepartner reagieren, wenn er ausserhalb der vertraglichen Vereinbarungen zusaetzliche Leistungen erbringen soll?

Dienstleister wirtschaften nur dann profitabel, wenn sie ihre Infrastruktur optimal nutzen - auf die Economies of Scale kommt es an. Das heisst im Klartext: Die Serviceanbieter muessen sich eine interne Rangliste anlegen, nach der sie ihre Klientel einstufen. Je nach Vertragsgestaltung oder Groesse behandeln sie ihre Kunden besser oder schlechter: Auf die wichtigsten wird die DV-Infrastruktur abgestimmt, die weniger bedeutenden haben das Nachsehen. Ihre Interessen finden nur dann Beruecksichtigung, wenn sie zufaellig mit denen der "Key Accounts" uebereinstimmen.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, gehen immer mehr Firmen dazu ueber, nur noch sehr kleine, exakt definierte Bereiche auszulagern. Damit wird der Handlungsspielraum fuer die Anbieter enger. Die vom Outsourcing betroffenen Einheiten lassen sich leicht definieren und vertraglich eingrenzen. Oft sind sie vergleichbar, so dass Vertragsdetails nicht mehr dem von Anbieterseite staendig eingeforderten "Vertrauen" zum Opfer fallen muessen. Zudem tragen Garantieerklaerungen seitens der Anbieter, Ausstiegsklauseln bei Nichterfuellung des Vertrags oder die Vereinbarung sehr kurzer Zahlungsrhythmen (monatlich) zu einem kontrollierten Verhaeltnis zwischen Anbieter und Kunde bei.