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10.02.1995

Kommentar Monopoly fertig?

Eigentlich koennte man nun wieder zur Tagesordnung uebergehen; die Brautschau im hiesigen Telecom-Markt ist so gut wie zu Ende. Was sich in den vergangenen zwei, drei Jahren auf globaler Ebene abgespielt hat, wurde als eine Art Remake in Deutschland neu aufgefuehrt - der Tanz ums goldene Kalb naemlich, um vermeintlich lukrative Allianzen.

Alle Beteiligten sind bei einem internationalen Partner unter der Haube, bis auf drei, die (noch) ein schlagkraeftiges Konsortium bilden: Mannesmann, RWE und Deutsche Bank. Wo die wohl suchen werden? Bei AT&T duerfte man schon laengst die Antwort wissen.

Nun geht es aber ans Eingemachte und damit zunaechst raus aus den Schlagzeilen. Die Bereitstellung effizienter, leistungsfaehiger Infrastrukturen ist gefragt - will man nicht nur dem Platzhirschen Deutsche Telekom AG Konkurrenz machen, sondern irgendwann einmal auch Geld verdienen. Und schon scheiden sich die Geister bei denen, die sie noch vor kurzem riefen. Aus der Traum von einer "Deutschen Netz AG" duerfte es da zum Beispiel heissen; jedenfalls wollen die einen regionale Telefondienst-Lizenzen (Viag, RWE), die anderen bundesweite Betriebsgenehmigungen (Veba), und wiederum andere (Thyssen, E-Plus) schwadronieren ueber die Trennung von Dienste- und Netzlizenz.

Bundespostminister Wolfgang Boetsch hingegen, auf den (noch) alle blicken und auf den es jetzt ankommt, versteckt sich hinter vagen Ankuendigungen und Zeitplaenen. Was ist mit dem Ende vergangenen Jahres noch vollmundig angedrohten deutschen Alleingang, was mit der Genehmigung sogenannter "alternativer Netze" vor 1998? Die Wahlkampfschlacht ist erfolgreich geschlagen, der Sessel im Kabinett und damit die Pension gesichert, und ein Minister geht auf Tauchstation. Halt, nicht ganz: Mit BT-Chef Iain Vallance hat sich Boetsch zu einem Meinungsaustausch ueber die weitere Liberalisierung der europaeischen Telecom-Maerkte getroffen. Aeusserer Anlass des Treffens war uebrigens die offizielle Verabschiedung von Helmut Ricke - allein das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Vielleicht traegt ein Postminister als klassische Fehlbesetzung aber auch dazu bei, den Blick auf das eigentlich Wesentliche zu richten. Wer etwa in der diffusen, zum groessten Teil oberflaechlich- populistisch gefuehrten Multimedia-Debatte genauer hinhoert, wird landauf, landab in einem Punkt einen Konsens feststellen: Netze werden - dem kommenden Wettbewerb sei Dank - zu "Commodity"- Produkten. Gefragt sind also Inhalte und noch mehr die Dienste, die diese einfach, schnell und

kostenguenstig zur Kundschaft transportieren. Momentan scheint hier nur Veba-Chef Ulrich Hartmann in Ansaetzen zu wissen, worauf es ankommt. Darauf naemlich, dass die Anwender die "Schlossallee" ueberhaupt kennen, sie sich leisten wollen und dann auch koennen.