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19.01.1996 - 

Objektorientierte Datenbanken

Kommentar/Nachtigall, ick hoer dir trapsen

Was? Verschonen Sie mich mit Objektdatenbanken! Wir sind heilfroh, dass wir den Uebergang auf relationale halbwegs ueber die Buehne gebracht haben." Sinngemaess lautet so jede zweite Antwort von Anwendern, wenn das Gespraech auf objektorientierte Datenbanken kommt. Das Thema ist keinesfalls trendig, wohl aber umstritten. Deshalb ist in diesem Schwerpunkt auch von Defiziten die Rede und hat die relationale Gegenseite Raum fuer ihre Argumente.

Vor knapp drei Jahren fragte der Kommentator in einem Interview mit einem der grossen Hersteller relationaler Datenbanken nach einem eventuellen Kurs in Richtung Objektorientierung. Die Perspektive wurde in Bausch und Bogen verworfen, die Entwicklungsmoeglichkeiten relationaler Systeme seien bei weitem noch nicht erschoepft. Wenige Wochen spaeter kaufte dieses Unternehmen zwei Firmen, die auf Datenhaltung bei Multimedia- Anwendungen spezialisiert waren. Nachtigall, ick hoer dir trapsen!

Die Gegebenheiten in der DV-Welt haben sich gewandelt. Multidimensionale Daten lassen sich schwer nach Art einer Salami in die zweidimensionalen Scheiben, sprich: Tabellen, relationaler Datenbanken zerlegen. Die Anbieter auf der relationalen Seite muessen was tun. Und in der Tat reagieren sie mit objektorientierten Aufsaetzen, wozu sie ohne Notwendigkeit wohl kaum Veranlassung haetten. Das Ergebnis sind hybride Datenbanken, die die Vorteile beider Umgebungen verbinden sollen. Die Frage ist, ob es moeglich ist, die Nachteile dabei aussen vor zu lassen.

Einige Anwender machen den Mittelweg gar nicht erst mit, sondern setzen - zunaechst zu Testzwecken in ueberschaubaren und begrenzten Bereichen - gleich auf objektorientierte Datenbanken. Interessanterweise haben sich bei Recherchen zu diesem Schwerpunkt einige Anwender dahingehend geaeussert, sie haetten dank ihrer, wenn auch anfangs muehsamen Erfahrungen mit objektorientierten Datenbank einen strategischen Vorteil gegenueber der Konkurrenz. Ihnen wuerde es im Traum nicht einfallen, "schlafende Hunde zu wecken".

Die Hauptvorteile von Objektdatenbanken sind Flexibilitaet, Wiederverwendbarkeit, langfristig geringerer Entwicklungs- und Wartungsaufwand und ergo mehr Wirtschaftlichkeit. Georg Heeg, Chef des gleichnamigen Dortmunder Softwarehauses, hat kuerzlich in einem Gespraech mit dem Autor angemerkt: "Die Software-Entwicklung im Hochlohnland Deutschland ist ohne Objektdatenbanken nicht finanzierbar." Man muss es nicht gleich so krass sehen - aber man kann.