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10.02.1995

Kommentar Neubau auf alten Fundamenten

Der DV-Chef kommt aus der Vorstandssitzung. Gerade hat "Big endian" fuer ihn eine neue Bedeutung bekommen: das dicke Ende - naemlich der DV-Geschichte in seinem Unternehmen. Die proprietaere Hardware ist auf Dauer zu teuer, offene Systeme sollen her. Die Software liesse sich - vielleicht - portieren. Aber damit ist es nicht getan. Die PCs und LANs in den Abteilungen sollen besser integriert werden. Die alten zeichenorientierten Menues sind auch zu kompliziert. Mausklicks reduzieren die Einarbeitungszeit.

Wie die Applikationen aendern? Die einstigen Entwickler sind laengst weg. Die Dokumentation spiegelt die Realitaet so genau wider wie eine Weltkarte aus dem 9. Jahrhundert. Die einst mit viel Zeit und Geld erstellte Software ist fuer das Unternehmen lebenswichtig. Seit Jahren waren Aenderungen und Zusaetze ein Vabanque-Spiel. Ueberraschungen waren sicher; wenn es dann im dritten Versuch lief, konnte man schon froh sein. Jede weitere Aenderung waere geradezu gefaehrlich fuer das Unternehmen. Die alten Schaetze sind zu Altlasten mutiert.

"Hau weg den Mist"? Keiner, der noch alle Sinne beisammen hat, kaeme auf solch eine Idee. Die Unternehmensdaten muessen auch kuenftig greifbar sein. Das ist noch das geringste Problem. Hat da nicht einer im Vorstand das hohe Lied der kostenguenstigen Standardsoftware gesungen? Der weiss wohl nicht, in welchem Ausmass die alte Software Strukturen und Regeln des Unternehmens enthaelt. Und die sind eben nicht "von der Stange". Dann halt unternehmensspezifische Zusaetze und Anpassungen? Und uebermorgen ein Deja-vu-Erlebnis in Sachen Altlasten.

Woran ueberhaupt anpassen? Oben wird neuerdings so gerne von "lean" geredet wie frueher von den Massen der Sekretaerinnen. Es waere ja wohl besser, erst Unternehmensziele, -struktur und -organisation festzulegen und dann die DV, die dem dienen soll, entsprechend auszurichten.

Wir sind laengst nicht am Ende der Probleme, nur am Ende dieser Einleitung zum aktuellen Schwerpunkt. Ein paar recht allgemeine Hinweise soll er geben. Denn Patentloesungen gibt es nicht. Dafuer aber mehr wichtige Grundregeln und zu beachtende Aspekte, als den mit Software-Altlasten kaempfenden und an Re-Engineering denkenden DV-Abteilungen lieb sein duerfte.