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07.10.1994

Kommentar Sanieren oder Planieren?

Re-Techniken sind in: Restrukturierung, Re-Engineering und Reverse Engineering von Programmen beziehungsweise Systemen sind Disziplinen geworden, die mit mehr oder weniger ausgepraegtem Elan in nahezu jedem groesseren Unternehmen gepflegt werden. Es gibt jedoch einen zweiten, gegensaetzlichen Trend, der ebenfalls an Bedeutung gewonnen hat: Altanwendungen werden im Zuge einer grundsaetzlichen informationstechnischen Neuorganisation ausgemustert beziehungsweise komplett ersetzt - hier fallen Stichworte wie Downsizing, Client-Server und Standardsoftware.

Beide Wege haben ihre Berechtigung. Je nachdem, welches unternehmensrelevante Wissen in alten Daten- und Programmbestaenden vorhanden ist und wie aufwendig der jeweilige Rettungsversuch voraussichtlich sein wird, laesst sich die Software-Sanierung rechtfertigen. Welche Programme aber sind erhaltungswuerdig? Und wer befindet eigentlich darueber?

Die Beantwortung dieser Fragen zaehlt zu den Kernproblemen des Re- Engineering. Viele Unternehmen wissen ueberhaupt nicht um die Bedeutung bestimmter Anwendungen fuer ihr Kerngeschaeft. Sie ahnen nicht, welches Know-how oder aber nutzlose Wissen sich hinter alten, oft schlecht dokumentierten Programmen verbirgt. Oft werden auch die Kosten unterschaetzt, die anfallen, um diese Anwendungen wieder auf Vordermann zu bringen.

Hinzu kommt nicht selten eine geringe Bereitschaft, sich ueber Alternativen, etwa die inzwischen sehr breite Palette an Standardsoftware-Produkten, ausfuehrlich zu informieren sowie Kenntnisse ueber moderne Programmiersprachen, -werkzeuge und - techniken zu erwerben. Statt dessen zieht man es vor, ganze Projektgruppen - zum Teil hochbezahlte Spezialisten - mit der Sanierung uralter Cobol- und PL/1-Programme zu beauftragen.

Bevor entsprechende Projekte aufgesetzt werden, sollten Unternehmen daher die Frage beantworten koennen: Nutzt die Restauration der Altbestaende dem Unternehmen? Oder dient sie vielleicht eher wenig flexiblen Mitarbeitern der DV-Abteilung, die sich mit der Flickschusterei an alten Anwendungen unentbehrlich machen wollen? Vielleicht spielen auch die Fachabteilungen eine unruehmliche Rolle - dann naemlich, wenn sie mehr aus Bequemlichkeit als aus sachlichen Erwaegungen heraus an ihrer gewohnten Anwendungsumgebung festhalten moechten. Nur wer diese Fragen geklaert hat, wird zu der richtigen Re-Engineering-Entscheidung kommen.