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20.01.1995

Kommentar Schlagworte gewinnen keinen Blumentopf

Mit dem Burgfrieden, den Microsoft und Novell im Herbst 1994 schlossen, scheint es schon wieder vorbei zu sein. Das Novell- Management hat Bill Gates jetzt jedenfalls den Fehdehandschuh hingeworfen, nachdem der Microsoft-Chef - entgegen dem Friedensabkommen von Atlanta - mit seinem NT Server zu einem Kreuzzug in das gelobte Netware-Land aufrief. Immerhin hatte Novell-Chef Bob Frankenberg zur Ueberraschung aller, vor allem seiner Angestellten, den Redmondern durch den Verzicht auf eine Weiterentwicklung von DOS 7 und Zugestaendnisse bei Unixware das Desktop-Feld voellig ueberlassen - nicht zu vergessen die Aufgabe von Appware. Frankenberg konnte also, wollte er sein Gesicht nicht vollends verlieren, ein Eindringen Microsofts in die ureigenste Domaene Novells nicht reaktionslos hinnehmen.

Fuer viel Spannung duerfte die Gegenoffensive Frankenbergs sorgen. Sein Ausfall mit Perfect Office in den Suite-Markt wird bei Microsoft und Lotus auf wenig Gegenliebe stossen. Frankenberg tritt in diesem Fall als David gegen den Goliath Microsoft an, der rund 80 Prozent Marktanteil bei den Business-Applications besitzt. Die Novell-Legionaere werden sich mit Sicherheit blutige Nasen holen. Bill Gates selbst kann davon ein Lied singen, seit er 1989 in umgekehrter Situation mit seinem LAN Manager zu einem Eroberungsfeldzug gegen Netware antrat und binnen zwei Jahren einen Marktanteil von 50 Prozent erringen wollte. Die Schlappe, die er sich damit einhandelte, war fuerchterlich.

So wie Gates damals das gesteckte Ziel nicht erreichen konnte, droht Novell jetzt einen aehnlichen Fehler zu machen. Die Rede ist nicht von 20 Prozent Marktanteil im Suite-Business, sondern von

einer Milliarde Netware-Anwendern bis zum Jahr 2000. Bei gegenwaertig 70 Millionen Usern grenzt dieses Vorhaben an Utopie. Mit dem Schlagwort "Pervasive Computing" allein ist kein Blumentopf gewonnen.

Wie schwer die Anwender zu ueberzeugen sind, hat Novell mit Netware 4 an den eigenen Umsatzzahlen schmerzlich erfahren. Frankenberg wird deshalb gut daran tun, seine Philosophie vom Pervasive Computing rasch mit Leben zu erfuellen. Die Vision einer Verschmelzung von Unixware und Netware zu einem Super-NOS reicht da allein nicht aus. Der Anwender will klare Fakten, Fakten wie sie Novell mit Netware 4.1 jetzt hoffentlich endlich geschaffen hat.