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03.02.1995

Kommentar Schlaraffenland fuer Netzwerker?

Zugegeben, es versetzt einen immer wieder in Begeisterung, was jenseits des grossen Teiches so alles passiert. Der Reisende in Sachen Networking kann sich bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten nur verwundert die Augen reiben und fragen, ob er nun traeumt oder in einem real gewordenen Maerchen aus tausendundeiner Nacht ist. Dies um so mehr, wenn man in Betracht zieht, dass sich hierzulande die Politiker seit fast zwei Jahren den Kopf darueber zerbrechen, wie man die Autobahnbenutzer noch im 20. Jahrhundert am besten schroepfen kann, waehrend Washington bereits munter am digitalen Highway des 21. Jahrhunderts als neue Einnahmequelle bastelt. Natuerlich wissen auch wir, dass dieses Bild etwas schief ist; immerhin gibt es ja noch Herrn Bangemann in Bruessel. Noch faszinierender ist es allerdings, zu beobachten, wie diese Vision in den USA immer noch ein ganzes Volk nach bester Pioniergeist- Mentalitaet in eine Art Goldrausch versetzt. Sicherlich ist dabei nicht alles aus edlem Metall, was glaenzt; und am Rande des Information-Highways werden mit Sicherheit zahlreiche Ghosttowns zurueckbleiben, weil der erhoffte Massenandrang sich nicht einstellte. Aber immerhin wird der Versuch unternommen, neue Wege fuer Industrie, Handel, Dienstleistung, Bildung und damit die Gesellschaft schlechthin zu erschliessen. Angesichts eines solchen Umfeldes koennte man fast meinen, die amerikanischen Netz-Manager lebten im Schlaraffenland, zumal ihnen doch erst juengst die renommierte Harvard Business School Honig ums Maul schmierte und ihre Arbeit als einen "Grundpfeiler fuer die wiedererstarkte Produktivitaet Amerikas" lobte. Dick aufgestrichener Balsam also fuer die Verfechter des Networkings als strategische Komponente zukunftsorientierter Unternehmenspolitik. Und ihre deutschen Kollegen? Die duerfen sich weiterhin mit veralteten Ethernet-LANs auf Coax-Basis herumaergern - und, falls ihr Unternehmen besonders viel Vertrauen in sie investiert, mit etwas Geschick die Telefonkosten reduzieren, indem sie der Telekom via Corporate Network ein Schnippchen schlagen. Doch nicht alles in Sachen Networking gehoert hierzulande in die Steinzeit, wir wollen schliesslich nicht uebertreiben. So sind die Amerikaner gerade wieder dabei, das Rad neu zu erfinden, zumindest was die Wiederentdeckung von ISDN anbetrifft. Doch fuer die deutschen Hersteller, die in dieser, ihrer Paradedisziplin seit Jahren einen deutlichen Know-how-Vorsprung haben, scheint der US- Markt auch beim ISDN kein Thema zu sein - zumindest war von der deutschen "ISDN-Liga" auf der Comnet nichts zu sehen. Oder sollten diese Anbieter etwa Angst vor der Mentalitaet des "Buy American products" haben? Dass dazu kein Grund besteht, haben bereits einige deutsche Networking-Firmen bewiesen, indem sie in den USA erfolgreich Tochterfirmen gruendeten. AU Hill, Juergen