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07.07.1995

Kommentar Sympathie fuer vermeintliche Provisorien

Bunter, schneller, flexibler - in puncto Produktivitaet zeigen die modernen Rapid-Application-Tools den guten alten CASE-Werkzeugen die Hacken. Sieger nach Punkten: Microsofts "Visual Basic", das angeblich bereits zwei Millionen Mal installiert ist. Wie viele dieser Installationen produktiv genutzt werden, wissen allerdings auch die vielzitierten Branchenkenner nicht so genau - weniger noch die Chefinformatiker in den Anwenderunternehmen.

Werkzeuge wie Visual Basic oder das neue Borland-Tool "Delphi" haben ihre feste Fangemeinde, die sich aus (semi)professionellen Entwicklern, Mitarbeitern hochproduktiver Softwareboutiquen und Power-Usern zusammensetzt. Wenn diese Softwareprodukte ihren Weg in die Unternehmen finden, so verlaeuft der fast immer "bottom-up", ueber die Abteilungsebene. In das Bewusstsein der DV-Spitze sind sie bislang nur vereinzelt vorgedrungen: Wenige Anbieter - darunter Powersoft und Gupta - haben es geschafft, von den IT-Strategen wahrgenommen zu werden.

Doch kaum ein DV-Manager denkt im Ernst daran, die Entwicklung unternehmensweiter Anwendungen auf dem Fundament eines RAD- Werkzeugs aufzubauen. Dazu fehlen den meisten dieser Produkte die technischen Voraussetzungen. Daran aendert auch die Tatsache nichts, dass beispielsweise Powersoft eine Data-Dictionary-basierte "Enterprise"-Ausfuehrung seines Toolsets anbietet.

Auch wenn der dafuer notwendige Aufwand nicht mehr bezahlbar ist - insgeheim haengen die meisten IT-Chefs dem Traum vom ganz grossen Ansatz nach, also vom unternehmensweiten Informationsmodell. "Power Builder" und Co. sollten da hoechstens die Wartezeit verkuerzen, sprich: die Endanwender fuer eine Uebergangszeit ruhigstellen.

Wie die Erfahrung zeigt, erweisen sich vermeintliche Provisorien aber oft als extrem dauerhaft - vor allem dann, wenn die Realisierung des grossen Wurfs auf sich warten laesst. Immer haeufiger bekennen DV-Spezialisten ihre Sympathie fuer die "schnelle 70- Prozent-Loesung". Und das bedeutet: Rapid Application Development fuer wettbewerbskritische Applikationen, Standardsoftware fuer die Brot- und Butteranwendungen. Den "ganz grossen Ansatz" bekommen viele da nebenbei mitgeliefert.