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20.08.1993

Kommentar Was zum Teufel ist Middleware?

Mit Middleware macht derzeit ein neues Schlagwort die Runde. Als sein stolzer Vater hat sich HP-Chef Lewis Platt zu erkennen gegeben. In Umlauf wurde es von der OSF gebracht, die damit vor allem zweierlei meinte: ihre grafische Benutzeroberflaeche Motif und die DCE- und DME-Techniken fuer verteilte Datenverarbeitung. Seit einigen Monaten werden aber auch die objektorientierten Messaging-Verfahren der Object Management Group (OMG) dazugezaehlt, ferner OLTP-Systeme, Datenbank-Schnittstellen wie EDA/SQL und Entwicklungswerkzeuge wie Hewlett-Packards Softbench. Bei seinem Definitionsversuch geht SNI-Mitarbeiter Ingo Claussen (vgl. Seite 36) sogar so weit, jede Programmierschnittstelle als Middleware zu bezeichnen, wenn sie nur allgemein zugaenglich ist.

Weghoeren, raten da gewiefte Branchenkenner. Hinter Begriffen, die auf alles anwendbar sind, steckt in der Regel nichts - ausser der Absicht, unbedeutende Produkte zum unausweichlichen Zukunftstrend hochzustilisieren.

Manchmal jedoch bestaetigen Ausnahmen die Regel. Meint man mit Middleware lediglich eine vermittelnde Schicht zwischen Betriebssystem und Anwendung, dann trifft der Begriff zwar auf eine grafische Benutzeroberflaeche ebenso zu wie auf einen schlichten Bildschirm-Zeichensatz. Kein Wunder, dass hier Trittbrettfahrer die Chance wittern, ihre konventionellen Produkte als Middleware an den Mann zu bringen.

Doch der Begriff stammt nicht zufaellig aus der Open-Systems-Welt. Middleware vermittelt naemlich nicht nur zwischen Betriebssystem und Anwendung, sondern vor allem auch zwischen den heterogenen Systemen im Unternehmen. So genommen hat Claussen recht. Produkte duerfen die Middleware-Bezeichnung nur dann fuer sich in Anspruch nehmen, wenn sie auf offengelegten Schnittstellen beruhen und daher prinzipiell in jeder beliebigen Umgebung laufen koennen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn kaum ein Hersteller wird diesem Anspruch heute gerecht.