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26.04.1996

Kommentar/Zukunft auf toenernen Fuessen

ATM kommt einer Revolution gleich. Wie kein anderes Uebertragungsprotokoll durchbricht es die gewohnten Limits. Theoretisch unbegrenzte Bandbreite, Dienste-Integration, Vereinheitlichung der LAN- und WAN-Protokolle, ein alles in den Schatten stellendes Routing-Verfahren - die Liste der Vorzuege liesse sich beliebig fortfuehren.

Doch die Anwender wollen keine Revolution. In den Unternehmen, in denen die Datenleitungen fuer den Betrieb lebensnotwendige Informationen transportieren, sind vielmehr schrittweise Entwicklungen gefragt. Folgerichtig setzen heutige Pioniere ATM zunaechst nur in ausgewaehlten Bereichen, ueberwiegend im Backbone, ein. Die stufenweise Migration oeffnet ATM derzeit lediglich die Tuer zu Teilen des unternehmensweiten Netzes - und die hohe Bandbreite ist der Passierschein. Der Griff in die Zauberkiste der ATM-Dienste wird also zunaechst auf ein unbestimmtes Morgen verschoben. Besagte Pioniere bauen zwar nicht auf die Zukunft, hoffen aber auf sie.

Derzeit kann es nicht mehr als Zuversicht sein, die das Verfahren zum kuenftigen Leistungstraeger der Netzwerkwelt hochstilisiert. Ob dabei die weitgespannten Erwartungen erfuellt werden, liegt vor allem in den Haenden des ATM-Forums. Diese Herstellerallianz, die treibende Kraft bei der Standardisierung, ist nicht weniger, aber auch nicht mehr als eine Interessengemeinschaft. Bisher hat es das Konglomerat von Hard- und Softwarefirmen geschafft, Ausreisser mit abweichenden Vorstellungen wieder einzufangen und bei allen Beschluessen zu einer verbindlichen Mehrheitsentscheidung zu finden.

In dem Masse aber, in dem die De-facto-Normierung durch das ATM- Forum Fortschritte macht, werden Einigungen schwieriger. Auch die Entwicklung entsprechender technischer Dokumente erfordert dementsprechend einen langen Atem. Fraglich ist jedoch, ob alle an der Weiterentwicklung der Spezifikationen beteiligten Hersteller willens und in der Lage sind, diese Ausdauer aufzubringen.

Viele Anbieter wollen zudem eigene, proprietaere Loesungen als verbindlich in den Spezifikationen des ATM-Forums festlegen. Damit stossen aber unterschiedliche und unvereinbare Interessen aufeinander - genuegend Reibungspunkte und Zuendstoff also fuer eine Organisation, in deren Haenden die ATM-Zukunft liegt.

Anwender sollten bei der Implementierung darauf pochen, dass Hersteller die Vorgaben des Forums erfuellen. Nur diese Vereinbarungen garantieren Interoperabilitaet zwischen Komponenten verschiedener Hersteller. Hinzu kommt ein gewisses Mass an Zukunftstauglichkeit der eigenen Infrastruktur, die den sukzessiven Ausbau des Netzes mit Produkten neuer Anbieter erlauben muss. Ferner koennte die Nachfrage nach einheitlichen Spezifikationen die Arbeit des ATM-Forums in Gang halten. Nur so hat der Asynchronous Transfer Mode eine Zukunft.