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Online-Dienste


02.02.1996 - 

Kommentar/Zurueck in die Zukunft?

Eigentlich wollte der Autor dieser Zeilen ueber die Auswuechse des derzeit alle und alles bewegenden Online-Geschaefts reflektieren. Hubert Burda haette sich da ohne Zweifel angeboten. Einer, der landauf, landab nicht muede wird, von den goldenen (Europe-Online- und natuerlich Focus-Online-) Zeiten zu schwaermen, waehrend seine Controller insgeheim mit immer groesserer Sorge Buch darueber fuehren, wieviel Geld taeglich beim Abenteuer Multimedia in den Sand gesetzt wird. Genauso gut liessen sich noch ein paar Worte zu den "professionellen" Online-Diensten und deren Wechsel mit fliegenden Fahnen ins Internet-Lager finden. Oder wie waere es mit den Startschwierigkeiten bei Europe Online? Und, und ... .

Wer allerdings in Zeiten wie diesen Kritisches zum Thema Internet und Online-Dienste aeussert, sieht sich sehr schnell als Ewiggestriger in die Ecke gestellt. Lassen wir also jemand anderen zu Wort kommen. Zum Beispiel den in diesem Schwerpunkt noch eine Rolle spielenden Schriftsteller Peter Glaser, der sich in der Wochenzeitung "Die Woche" aeusserte: "Angeblich soll ja jetzt erst das Informationszeitalter anfangen. In Wirklichkeit aber geht es gerade zu Ende, weil jetzt eintritt, was man schon seit mehr als 20 Jahren diskutiert: Ueberflutung. (...) Das erinnert mich an die erste Mondlandung. Fuer Mondgestein gab es damals auch keinen Markt, trotzdem haben die Amerikaner Milliarden Dollar investiert, um welches ranzuschaffen. Und auch heute machen Politik und Wirtschaft Milliarden locker fuer etwas, was sie im Grunde nicht verstehen. Die Devise heisst: Bloss nichts verpassen."

Zuviel der Schwarzmalerei? Warten wir es ab. Der "heisse Online- Herbst" des Jahres 1995 hat sich in Deutschland als Rohrkrepierer erwiesen, und wahrscheinlich duerfte noch so mancher "Health Online Service" als Patient auf der Intensivstation landen. Man wird jedenfalls in Zukunft mehr denn je zwischen Diensten und echter Dienstleistung unterscheiden. Wer da zu einem Kreuzzug gegen die hohen Telekom-Gebuehren aufruft, gleichzeitig aber monatliche Abo- Gebuehren von 100 Mark fuer ein Online-Archiv kassiert (Focus Online), hat, so ist zu befuerchten, den realen Bezug zur Kaufkraft und den Beduerfnissen seiner potentiellen Kundschaft verloren. Bleibt die Frage, was sich ueberhaupt im Markt durchsetzen wird. Professionelle, zum Teil kommerzialisierte Anwendungen im Internet - Softwaredistribution, E-Mail, vielleicht auch Electronic Banking lassen gruessen. Ein Netz von Profis fuer Profis eben. Die Internet- Veteranen haetten sicherlich nichts dagegen.