Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.02.1990 - 

Uniforum: Über OLTP zu Groß-Anwendungen

Kommerzielle DV für Unix kein Tabu mehr

WASHINGTON (IDG) - Das heiße Thema der diesjährigen Uniforum-Konferenz hieß "Online Transaction Processing (OLTP)": Unter diesem Stichwort soll Unix der Weg zum kommerziellen Einsatz gebahnt werden. Aber auch die neuen Entwicklungen zwischen der Open Software Foundation und Unix International waren Tagesgespräch in Washington.

Eine Renaissance erlebte auf der Uniforum das bisher erfolglose Transaktionssystem Tuxedo von AT&T. Lief es bisher ausschließlich auf AT&Ts

hauseigenen Unix-Maschinen, so unterstützt die jetzt von der Unix Software Operation (USO) betreute Version 4 die Rechner verschiedenster Hersteller. Damit fällt eine der wesentlichsten Hürden für den kommerziellen Einsatz von Unix, denn bisher waren die Anwender bei umfangreichen Online-Transaktionsverarbeitungen auf proprietäre Produkte wie IBMs CICS angewiesen.

Da sich AT&T darüber hinaus an die - ebenfalls erst im Rahmen der Uniforum beschlossene - XA-Schnittstellen-Spezifikation der X/Open-Gruppe hält, lassen sich mit Tuxedo verschiedene XA-konforme Datenbanksysteme wie Oracle oder Sybase betreiben.

Auf diese Weise hat AT&T die Tür zu einem Markt aufgestoßen, in den sofort mehrere Anbieter nachgestoßen sind. So wurden auf der Uniforum bereits eine Reihe von OLTP-Produkten gezeigt oder zumindest, wie von Unisys, angekündigt. Allerdings hat auch IBM nach dem Vorbild von CICS einen entsprechenden Transaktionsmonitor für ihr Unix-Derivat AIX in Auftrag gegeben.

Neuigkeiten gibt es außerdem von den Unix-Versionen der konkurrierenden Organisationen Unix International (UI) und Open Software Foundation (OSF). Letztere will nun bereits im Dezember dieses Jahres ihr inzwischen auf dem Betriebssystem-Kernel von Mach beruhendes OSF/1 freigeben. Damit überholt die OSF Unix International vor allem durch die Möglichkeit des symmetrischen Multiprocessing.

Dieses Feature ist für Unix V.4 nach der ebenfalls auf der Uniforum vorgestellten "road map" nämlich erst für Mitte 1992 vorgesehen (siehe nebenstehenden Beitrag "Unix International entwirft Fünfjahresplan für Unix V.4"). Außerdem soll OSF/1 in einer späteren Version Binär-Codes sowohl von Unix V.4 als auch von OS/2 unterstützen können.

Fraglich ist, wie lange das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Gruppen noch andauern wird. Das Gerücht verdichtet sich, AT&T verhandle mit einer Reihe von OSF-Mitgliedern über den Verkauf der Unix Software Operation. Wie die CW-Schwesterpublikation Computerworld erfahren hat, mußte AT&T von seinen überzogenen Preisvorstellungen Abstand nehmen und hat nun mit einem neuen Angebot eine weitere Verhandlungsrunde eingeläutet.

Bemerkenswert war noch der große Beifall, den die Anwender den Netzwerkfähigkeiten des Unix-Betriebssystems spendeten. So berichtete ein Vertreter der Alabama Cooperative Extension Service (ACES), daß man 700 MS-DOS-Arbeitsplätze unter Unix integriert habe. Außerdem gab Ashton-Tate bekannt, daß sein Datenbanksystem Dbase IV noch in diesem Jahr für Sun-Rechner unter Unix freigegeben wird.