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05.02.1982 - 

Informatik-Lobby im Bildungswesen formiert sich:

Kommt der harte Numerus Clausus?

BONN (bi) - "Droht im Winter 1982/83 der harte Numerus Clausus' im Fach Informatik?" Diese Frage diskutierten am 3. Februar Informatik-Professoren und Journalisten auf Eimnladung der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) im Bonner Wissenschaftszentrum.

Angestoßen wurde die öffentliche Diskussion dadurch, daß Ende März bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen in Dortmund (ZVS) die Beschlußfassung darüber ansteht, ob der in Norddeutschland verbreitete "lokale" Numerus Clausus,bundesweit eingeführt werden soll. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel geht derzeit unter dem Notendurchschnitt 1,9 nichts.

Eine Alternative zum bundesweiten Numerus Clausus wäre ein zentrales Verteilungsverfahren, das jedem Studienanwärter einen Platz sichern würde, allerdings dann nicht mehr so ohne weiteres an der Universität seiner Wahl.

Innerhalb der Hochschulen wird angesichts der allgemeinen Finanzmisere eine sogenannte "Umwidmung" erwogen. Das heißt in konkreten Fällen, daß zugunsten der Informatik andere Fächer in ihrer personellen, räumlichen und finanziellen Kapazität beschnitten werden. Unter besonderem Bombardement steht hier im Bereich der Technischen Hochschulen respektive Universitäten die "klassische" Physik, soweit sie nicht als Zulieferer für die gesamten Ingenieurwissenschaften benutzt wird.

Die Nachfrage nach Hochschulabgängern des Faches Informatik gilt derzeit als außerordentlich hoch. Die GI spricht von sechs und mehr Arbeitsplätzen, zwischen denen ein Diplom-Informatiker wählen kann. Die jetzigen Hochschulen könnten diesen Bedarf überhaupt nicht mehr befriedigen.

Unterstützung erfährt die Gesellschaft für Informatik in ihrer Offentlichkeitskampagne unter anderem durch einen Bericht von Professor Dr. Peter Gorny, Oldenburg, der den Kultusverwaltungen und den Politikern der Bundesrepublik vorwirft "informationstechnologische Analphabeten" zu produzieren. Um hier gegenzusteuern müßten auch die (pädagogischen) Hochschulen das Fach Informatik schnellstens in die Lehrerausbildung aufnehmen. Der größte Teil der heute tätigen zirka 600000 Lehrer müßte über Fortbildungskurse in das Fach eingeführt werden. Gorny moniert, daß eine kleine Gruppe von interressierten Freiwilligen (an den Schulen) in die Rolle einer zukünftigen informationstechnischen Elite hineinwächst. (Bericht über GI-Veranstaltung folgt. )