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24.03.1995

Kommt die Arbeit bald nach Hause?

Sie ist schon zu Hause, meinen Optimisten. Es muss sich noch viel aendern, bis es soweit ist, wenden die Skeptiker ein. Recht haben letztere, wenn sie darauf verweisen, dass das Thema Telearbeit seit 20 Jahren diskutiert wird und heute immer noch - ohne dass deutliche Fortschritte vorzuweisen sind. Ueberall Pilotprojekte, an allen Fronten Erfolgsmeldungen, nur: An die Einfuehrung im grossen Stil traut man sich nicht so richtig heran.

Die Optimisten argumentieren mit dem unausgeschoepften Potential und zitieren Untersuchungen, die fuer 1997 weltweit 5,3 Millionen und fuer das Jahr 2000 11,7 Millionen Telearbeitsplaetze errechnet haben. 20 bis 40 Prozent aller Buerojobs sollen demnach fuer Telearbeit geeignet sein.

Auch wenn diese Zahlen vielleicht zu optimistisch sind, hat die Diskussion in den letzten Monaten eine neue Dimension erreicht. Es geht nicht mehr allein um die Beschaeftigung zu Hause vor dem Bildschirm, sondern um neue Formen der Arbeit bis hin zur Etablierung von virtuellen Unternehmen.

Standen frueher Umwelt- und Kostengesichtspunkte im Vordergrund, so geht es heute neben den obengenannten Aspekten um Veraenderungen in der Personalentwicklung und um eine effizientere Gestaltung von Arbeitsablaeufen.

Dienstleistungsbetriebe sind bereits dabei, die Arbeitsplaetze in ihren Niederlassungen neu zu definieren und sprechen vom virtuellen Office. Vom protzigen Glaspalast ist nur noch ein Besprechungsraum und ein Vorfuehrraum fuer Produkte uebriggeblieben. Der Mitarbeiter muss sich darauf einstellen, dass er seine Leistung an unterschiedlichen Orten erbringen muss; sei es das haeusliche Arbeitszimmer, beim Kunden, im Hotelzimmer oder an einem beliebigen Schreibtisch innerhalb seiner Firma. Voraussetzung muss natuerlich eine gut funktionierende Kommunikationsinfrastruktur sein.

Allerdings sollte Telearbeit nicht so verstanden werden, dass die Kosten der Arbeitsplatzausstattung wegfallen und die Mitarbeiter zu Hause am Kuechentisch ihren Taetigkeiten nachgehen. Hier gibt es, da sind sich Gewerkschaften und Arbeitgeber einig, noch Defizite im Bereich der Arbeitsstaetten- und Arbeitszeitordnung, die sehr bald zu diskutieren sind.

Auf jeden Fall, das haben juengste Umfragen gezeigt, sehen Unternehmer die Gewerkschaften nicht mehr als Bremser bei der Einfuehrung flexibler Arbeitsformen. Auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Forums "Chancen 2000" auf der diesjaehrigen CeBIT vertrat IG-Metall-Vorstandsmitglied Ulrich Klotz sogar die Meinung, dass jeder Mensch dort arbeiten sollte, wo es am sinnvollsten und bequemsten fuer ihn ist.