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04.10.1985 - 

In der 3270-Umgebung bedürfen neue Modelle immer der systemseitigen Rechnerunterstützung:

Kompatible Geräte häufig besser ausgestattet

Bei der Entscheidung für ein 3270- kompatibles Terminal muß der Anwender die Vor- und Nachteile der Funktions- beziehungsweise Steckerkompatibilität genau gegeneinander abwägen. Norbert Schmidt macht sich über die unterschiedlichen Leistungsmöglichkeiten Gedanken.

Jeder Anbieter auf dem Markt der kompatiblen Terminals muß für seine Produkte vor der Vermarktung die Frage klären, wo der "Anwenderbezogene Nutzen" beim Einsatz seiner Systeme liegt. Ist eine Gewichtung nach "mehr Leistung" vorzunehmen, steht der Faktor "weniger Kosten" im Vordergrund oder ist eine Symbiose "mehr Leistung und weniger Kosten" zu erreichen. Ein weiteres wichtiges Argument in diesem Zusammenhang ist die auf diesem Teilgebiet vom Anwender zu erreichende Unabhängigkeit vom Hauptlieferanten, ergo "Hersteller - Neutralität".

Bei der Betrachtung der IBM-3270-Umgebung ist erst einmal grundsätzlich festzustellen, daß alle Produkte aus diesem Bereich ihre Funktionalität und die Einbindung in das Gesamt-Rechner-Konzept nur von der IBM selbst vorgegeben werden können. Neue Modelle, neue Features und Funktionen bedürfen immer der rechnerseitigen Systemunterstützung, also des Supports auf der Host-Seite. Was nutzt dem Anwender eine sogenannte "Multifunktionalität" seines Terminals, wenn diese systemseitig nicht unterstützt wird.

Eine weitere wichtige Frage ist, wie dem Benutzer Herstellerunabhängigkeit garantiert werden kann, ohne daß er von gravierenden Weiterentwicklungen der IBM und den damit verbundenen Änderungen innerhalb der System-Struktur ausgeschlossen wird. Dieser Fakt erfordert eine totale Flexibilität in der Produktpolitik kompatibler Anbieter. Neuerungen oder Änderungen müssen schnell und konsequent implementiert werden.

Der Grad der Kompatibilität im Bereich der 3270-Terminals nimmt ein breites Spektrum ein. Ähnlich wie heute am Beispiel der Mikrocomputer (IBM-kompatibel in welcher Form) gibt es die verschiedensten Variationen. Grundsätzlich wird hier unterschieden zwischen funktionskompatiblen und steckerkompatiblen Geräten.

Bei der Funktions-Kompatibilität existiert eine einzige Schnittstelle zum IBM-Host, die sich dem Großrechner gegenüber als Quasi-IBM-Device darstellt. Von Hersteller zu Hersteller verschieden, kann das entweder eine Transmission Control Unit, Control Unit oder ein Terminal sein. Realisiert sind dabei Channel- Interfaces oder aber Datenfernverarbeitungs-Schnittstellen. Alles was nach dieser Schnittstelle installiert -ist - Cluster Units, Terminals oder aber auch Drucker - , ist nicht mehr direkt kompatibel, sondern arbeitet nur zusammen mit der Schnittstellen-Einheit.

Im Gegensatz dazu wird bei der Stecker-Kompatibilität an jeder beliebigen Stelle im Netzwerk eine entsprechende Original-Device emuliert. Da jedes Gerät für sich kompatibel ist, kann man beliebig Original-IBM und Kompatible mischen.

Bei der Entscheidung für kompatible Terminals hat der Anwender Vor- und Nachteile dieser zwei grundsätzlich verschiedenen Kompatibilitäts-Formen zu berücksichtigen. Ein eindeutiger Vorteil der steckerkompatiblen Systeme liegt in der absoluten Hersteller-Neutralität. Der, anwenderbezogene Nutzen liegt unter anderem in der Austauschbarkeit der Systeme, wobei Austauschbarkeit für den Benutzer jeweils auch "totale Flexibilität" bedeutet. Neuerungen oder auch Änderungen tangieren die existierenden Systeme nicht so sehr. Im Rahmen von Entwicklungen können Neuankündigungen sehr schnell und vor alle Dingen unabhängig von der Installationsbasis nachvollzogen werden. Dem Sicherheitsbedürfnis des Benutzers ist damit Rechnung getragen, Investitionsschutz mittels Einbindung der vorhandenen Systeme gewährleistet.

Dialog erleichtern

Mehr Leistung drückt sich nicht nur in Response- oder Verfügbarkeitszeiten aus, sondern beinhaltet auch den Wert arbeitsplatzverbessernder Maßnahmen. Neben den besonders bei den Herstellern kompatibler Terminals mit Sorgfalt betriebenen ergonomischen Maßnahmen soll dem Anwender vor allen Dingen auch der Dialog mit dem Computer erleichtert werden. Wenn dieses auch noch mit mehr Leistung verbunden werden kann, ist der Idealfallerreicht.

Grundsätzlich zeichnet sich Mehrleistung immer dadurch aus, daß ein Mehr an Funktionen gegenüber dem Original angeboten werden kann. Eine Datenfernverarbeitungs-Leistung, die vom Front-End des Großrechners mit 9600 Bit pro Sekunde betrieben wird, kann auch mit einem kompatiblen Terminal nicht schneller werden. Vielmehr sind Features gefragt, die dem Anwender einen Nutzen bringen, welcher sich vor Ort in Vorteile umsetzen läßt.

Statusmeldungen über Antwortzeiten innerhalb eines Response- Time-Monitors gestatten eine elegante Optimierung des Systems. Testmöglichkeiten erlauben die Darstellung aller Daten in verschiedenen Codes, um jederzeit Überblick über den momentanen Systemstatus zu erhalten. Das beinhaltet unter anderem die genaue Auskunft darüber, welches Gerät an welchem Port oder auf welchem Hardwarestecker angeschlossen ist. Diese Features dienen als Kontroll- und Optimierungs-Mechanismen innerhalb der Netz-Administration.

Mehr technische Vorteile dagegen sind Möglichkeiten von Dual-Host-Anschlüssen, die es erlauben, zu verschiedenen Großrechnern parallel Verbindungen zu schalten.

So kann ein Anwender zu gleicher Zeit sowohl mit seinem kommerziellen als auch mit dem technisch-wissenschaftlichen Rechner kommunizieren. Die Dual-Host-Funktionen sind darüber hinaus gepaart mit Dual-Protokoll-Mechanismen. Sowohl BSC- als auch SDLC-Leitungen werden unterstützt. Jedes angeschlossene Terminal kann per Switch auf das entsprechende Protokoll umgelegt werden.

Unabhängig von Gebührenpolitik

Der Einsatz von intelligenten Leistungscontrollern, die auch die neuesten digitalen Vermittlungsdienste der Bundespost (X.21, X.25) unterstützen, macht den Anwender unabhängig von postalischer Gebührenpolitik. Daneben wird eine effiziente Datenverarbeitung den Anwendungsbedürfnissen entsprechend ermöglicht.

Benutzerorientierte Hilfsmittel sind Hardcopy-Print-Funktionen. So kann beispielsweise ein Hardcopy-Printer direkt an den Bildschirm angeschlossen werden, der Bediener kann seine Information in komprimierter Form vor Ort erhalten. Ist vom Hardcopy-Printer angeschlossen, unterstützen die intelligenten Steuereinheiten eine Hardcopy-Speicherungsfunktion. Alle anfallenden Hardcopies werden in der Steuereinheit solange gespeichert, bis der Systemdrucker wieder freigegeben ist und können dann ausgedruckt werden.

Der Support von Primär- und Alternate-Tastaturen erlaubt die Verwendung unterschiedlichster Tastaturen innerhalb eines Clusters. So können beispielsweise deutsche und US-Tastaturen gemischt betrieben werden.

In der Steuereinheit lassen sich Bildschirmmasken speichern. Der Informationsaustausch zwischen Host und Terminal reduziert sich dadurch auf die reine Datenmenge, was einer Zeit- und Performance-Ersparnis gleichzusetzen ist.

Ein wichtiger Aspekt bei allen vorher beschriebenen Features ist, daß sie auch mit den kompatiblen Terminals möglich sind, deren vergleichbares Original-Pendant dieses nicht zuläßt.

Naturgemäß entscheidet ein Anwender bei der Auswahl von kompatiblen Terminals neben dem zu beachtenden Sicherheitsaspekt vorrangig aufgrund des angebotenen Preis/ Leistungs-Verhältnisses. Wenn ein Hersteller mit seinen Produkten neben der Kosteneinsparung auch noch ein "Mehr" an Leistung bieten kann, ist das Optimum erreicht. Dieses "Weniger" an Kosten wird bei einigen kompatiblen Anbietern unter anderem durch ein "Mehr" an Leistung erreicht.

Das Speichern von Masken reduziert ganz erheblich die Übertragungszeit und die Verarbeitungszeit. Über den Response-Time-Monitor kann schnell und flexibel die günstigste Installationskombination gefunden werden, der Einsatz von verschiedenen Tastaturen in unterschiedlichen Funktionen erspart Betreuungs- und Organisationsaufwand. Dual-Host- und Dual-Protokoll-Mechanismen setzen neue Perspektiven in den Bereichen, wo auf unterschiedliche Großrechner Zugriff gewährleistet sein muß.

Ein wichtiges Kriterium ist die Ausstattung der kompatiblen Terminals mit Zusatzfunktionen wie Lichtgriffel, Barcode-Leser oder auch OCR-Leser, die für das entsprechende IBM-Original-Gerät nicht verfügbar sind oder aber nur in preismäßig höheren Versionen angeboten werden.

Neben dieser funktionsbezogenen Kostenersparnis spielt natürlich auch der reine Kaufpreis eine Rolle. Dieser muß im Rahmen des Preis/ Leistungs-Verhältnisses konkurrenzfähig sein. Einen weiteren Aspekt bilden die Konditionen. Viele Anwender wünschen im Rahmen ihrer Investitionen und Produktpolitik flexibel zu bleiben und streben neben der Kauf- auch eine Mietmöglichkeit an.

Welche Anforderungen sind an einen Hersteller aus dem Bereich kompatibler Terminals gestellt? Er muß auf jeden Fall das Vertrauen der Kunden in seine Produkte sicherstellen. Dazu zählt ein klares Produktkonzept im Wachstumsmarkt der Datenfernverarbeitung. Das beinhaltet ständige Weiterentwicklung. Dem Anwender muß Flexibilität und Sicherheit gewährleistet sein. Da Kompatibilität nicht gleich Kompatibilität ist, sollte einem potentiellen Benutzer solcher Terminals ein klares Konzept vorgelegt werden.

Norbert Schmidt ist Bereichsleiter Marketing der Telex Computer Products, Eschborn.